Ganzheitlich entgiften. Ohne fasten.


Detox heißt auf neudeutsch „Entgiftung“. Gerade in der Fastenzeit hört man diesen Begriff sehr häufig. Aber die meisten Menschen fasten nicht um abzunehmen, sondern um zu entgiften.


Aber hat Entgiftung immer was mit Fasten zu tun? Nein. Entgiften kann (und sollte) man auf vielen unterschiedlichen Ebenen, am besten täglich.


Schulmedizin vs. Naturheilkunde


Die Schulmedizin steht der "Entgiftung" skeptisch gegenüber. Sie behauptet, dass sich der Körper über seine Entgiftungsorgane (Leber und Niere) von allein entgiftet.


Es stimmt, dass über Leber, Niere, Haut und Urin, Schadstoffe herausgefiltert und entsorgt werden. Dennoch ist es aus naturheilkundlicher Sicht sinnvoll, den Abbau von Schadstoffen, durch verschiedene Entgiftungs-Maßnahmen einzuleiten und durch eine ganzheitliche Durchführung zu unterstützen.


So ist ein ganzheitliches Detox-Programm nicht nur auf die Ernährung beschränkt. Auch andere Lebensbereiche wie soziale Beziehungen, Bewegung, Schlaf, Stressmanagement werden unter die Lupe genommen und – falls nötig – verändert.


Ganzheitlich entgiften. So geht's


Gesundheit ist ein Prozess, kein Zustand. Um seine Gesundheit muss man sich dauerhaft und fortwährend kümmern. Für ein aktives, vitales und gesundes Lebensgefühl solltest Du Deinen Körper täglich mit ganzheitlichen Maßnahmen unterstützen:


1. Wichtig ist, dem Körper ausreichend Basen zur Verfügung zu stellen, um eine Übersäuerung zu vermeiden, die zu zahlreichen chronischen Krankheiten oder Autoimmunerkrankungen führen kann. Deshalb ist eine Umstellung auf weitgehend pflanzlich-vollwertige Kost sehr sinnvoll.


2. Tierische Produkte, vor allem aus konventionellem Anbau, möglichst meiden bzw. stark einschränken, denn sie sind starke Säurebildner.


3. Leere“ Kohlenhydrate wie Weißmehlprodukte (Brot, Kuchen, Gebäck, Nudeln, weißer Reis) durch Vollkornvarianten ersetzen, denn auch sie sorgen für eine Säureflut in Deinem Körper und belasten zudem die Bauchspeicheldrüse.


4. Auf industriell stark verarbeitete Speisen verzichten (Fertigsoßen, Fertiggerichte, Tiefkühlgerichte, Süßigkeiten, Knabbereien). Stattdessen frische, unbehandelte Kost.


5. Zucker und Milchprodukte nur in geringen Maßen, zu Anfang der Entgiftung ganz streichen. Ausführliche Gründe dafür findest Du in meinen Artikeln. (Link siehe unten)


6. Auch Genußmittel wie Koffein, Alkohol und Nikotin sind zu Beginn einer Entgiftung komplett zu meiden. Die Wiedereinführung bzw. die Menge an Genussmitteln sollte dann gut überlegt sein. Oft fühlt man sich nach einer Entgiftung so gestärkt, dass eine Wiederaufnahme von z.B. täglichen Zigaretten nicht mehr erwünscht wird.


7. Stress meiden. Stress wirkt genauso säurebildend wie die falsche Ernährung. Daher sollte generell, aber vor allem in der Entgiftungsphase, auf die nötige Entspannung geachtet werden. Meditation, Yoga, Atemübungen etc. sind hilfreiche Techniken.


8. Tägliche Bewegung. Der Abtransport von Schlacken durch den Lymphfluss funktioniert nur durch Bewegung, denn das Lymphsystem hat keine eigene Pumpe wie der Blutkreislauf. Spaziergänge, Radfahren, Schwimmen etc. vor allem an der frischen Luft unterstützen die Entsäuern und Entgiftung über Haut und Atemwege.


9. Ausreichend Schlaf. Wie wichtig ausreichend Schlaf für unsere Gesundheit ist, kannst Du in zahlreichen meiner Artikel nachlesen. Die Leber entgiftet vor allem im Schlaf, daher sind (sofern möglich), mindestens 7 Stunden Schlaf täglich äußerst wichtig.


10. Digitales Detox. Internet, Fernsehen, Soziale Medien, Informationsflut, ständige Erreichbarkeit. Der bewußte und reflektierte Konsum digitaler Medien wirkt sich nachweislich positiv auf die allgemeine Gesundheit aus. Vor allem die letzte Stunde vor dem Schlafen gehen sollte nach Möglichkeit medienfrei gestaltet werden.


Zutaten der Detox-Küche


Bei der Umstellung auf eine entgiftende Lebensweise ist der Kopf am wichtigsten! Betrachte den Prozess nicht als Strafe, weil Du auf etwas verzichtest. Betrachte stattdessen die Lebensmittel, die Du neu hinzubekommst als Geschenk. Dein Speiseplan besteht aus einer unendlichen Vielfalt von:


1. Gemüse. Jedes Gemüse, das Dir in den Sinn kommt: Brokkoli, Blumenkohl, Fenchel, Zucchini, Karotten, Auberginen, Grünkohl, Mangold, Paprika, alle Salatsorten, rote Beete usw. Wenn Du nicht an Rohkost gewöhnt bist, das Gemüse am besten leicht gedämpft genießen.


2. Kräuter. Jeder frische Kräutertopf, der Dir in die Quere kommt: Basilikum, Schnittlauch, Dill, Rosmarin, Petersilie, Koriander, Oregano, Minze. Die Verwendung von Kräutern peppt jedes Gericht auf, versorgt Dich mit reichlich Chlorophyll und verringert den Bedarf an Salz.


3. Obst: Jede Obstart, am besten in Bio-Qualität. Achte hier aber auf den hohen Fruktoseanteil. Mehr als drei Portionen Obst pro Tag sollten es nicht sein. Wie wäre es mit jeder Art von Beeren? Der glykämische Index in Beeren ist gering, hier kannst Du großzügig sein. Und natürlich Äpfel, Birnen, Bananen, Kiwis, Mango, Ananas, Zitronen…


4. Hochwertige Fette: Kokos-, Oliven-, Leinöl, Hanföl, Kürbiskernöl, Ghee (geklärte

Butter). Warum Du auf keinen Fall auf gesunde Fette verzichten solltest, kannst Du in meinem Artikel nachlesen. (Link siehe unten)


5. Sprossen, Keime, Nüsse, Samen und Kerne als hochwertige Nährstofflieferanten zum Snacken oder übers Müsli und Salat streuen. Wie Du ganz einfach Deine Sprossen selber ziehen kannst, erkläre ich Dir in einem kurzen Video (Link siehe unten).


6. Natürliche Süßungsmittel wie Honig, Ahornsirup oder Mönchsfruchtzucker. Künstliche Süßungsmittel sind nicht empfehlenswert.


7. Gewürze wie Kurkuma, Chili, Ingwer, Kümmel, Kreuzkümmel, Curry, Meersalz, Pfeffer, Zwiebeln, Paprikapulver liefern zusätzliche Nährstoffe und machen jedes Gericht zu einem Gaumenschmaus.


8. Beilagen aus Kartoffeln, Süßkartoffeln, Naturreis, Hülsenfrüchten (Linsen, Erbsen, Bohnen), Couscous oder glutenfreie Lebensmittel wie Quinoa, Hirse, Amaranth, Buchweizen helfen Dir, eine sättigende Mahlzeit zu zaubern.


9. Getränke: stilles Wasser, Ingwerwasser, Zitronenwasser, Kräutertees, grüner und weißer Tee sind wunderbare Durstlöscher. Verzichte auf kohlensäurehaltige, aromatisierte und/oder zuckerhaltige Getränke.


10. Auch Smoothies sind als Mahlzeiten-Ersatz sehr empfehlenswert. Ersetze eine Mahlzeit z. B. das Frühstück oder das Abendessen durch einen nährstoffreichen Smoothie. Du brauchst Ideen? Dann lade Dir mein kostenloses Rezeptbuch mit Einkaufsliste runter, oder stöbere in meinen Rezepten.


Beispiel Detox-Tag

So oder so ähnlich kannst Du einen entgiftenden Tag gestalten. Wenn Du diese Gewohnheiten beibehältst hilfst Du Deinem Körper bei der täglichen Entgiftung.


Morgens:


Nach dem Aufstehen ein Glas warmes Wasser mit frisch gepresstem Zitronensaft trinken (zur Anregung der Darmfunktionalität und Stärkung des Immunsystems).


1. Vor der Dusche Trockenbürsten, dann kalt-warme We