5 Gründe für Blähungen

Aktualisiert: 3. Juli


Pupsen ist menschlich – und normal. Der Körper muss mehrmals am Tag über den Darm Luft rauslassen. Bei gesunden Menschen etwa acht bis zehnmal am Tag. Das kann laut oder leise geruchsneutral oder stinkend geschehen. Kein Grund zur Sorge, es sei denn es geschieht sehr häufig, wird begleitet von Schmerzen und riecht sehr übel.



Wie gelangt die Luft in den Darm?


Allein beim Schlucken gelangt immer auch Luft in den Magen, ebenso beim Herunterschlucken von Nahrung. Die Luft kann einerseits durch Rülpsen entweichen, anderseits kann sie auch weiter in den Darm wandern. Dort mischt sie sich mit Gasen, die von den Darmbakterien während des Verdauungsvorgangs produziert werden.


Die meisten Gase werden über die Darmschleimhaut wieder in das Blut abgegeben. Der Rest bahnt sich seinen Weg durch nach außen: als Pups.


Was passiert bei Blähungen?


Per Definition sind Blähungen ein geschwollener Zustand, der durch Gas verursacht wird. Obwohl es einige gute Möglichkeiten gibt, Blähungen zu lindern, ist der beste Weg, die Ursache herauszufinden und sie ganz zu vermeiden.


Häufigste Gründe für Blähungen


1. Essen von blähenden Lebensmitteln


· Hülsenfrüchte wie Bohnen, Sojabohnen, Erbsen, Linsen, Kichererbsen

· Kohlgemüse wie Rosenkohl, Blumenkohl, Rot-, Weiß- und Chinakohl, Wirsing, Broccoli

· Anderes Gemüse wie Knoblauch, Zwiebeln

· Nüsse und Kerne wie Walnüsse, Erdnüsse, Haselnüsse, Mandeln

· Unreifes Obst wie Äpfel, Birnen, Aprikosen, Pflaumen, Pfirsiche, Trauben

· Obst mit hohem Fructoseanteil (vor allem Trockenobst)

· Milchprodukte (vor allem bei Laktoseintoleranz)

· Vollkornprodukte wie Vollkornbrot, Pumpernickel, Müsli, Vollkornreis

· Zuckeraustauschstoffe wie Fruktose, Sorbit, Xylit

· Kohlensäurehaltige Getränke und Bier


2. Überlastung des Körpers mit Toxinen


Toxine können von Chemikalien in Lebensmitteln über Gifstoffen in Reinigungs- und Pflegeprodukten bis hin zu giftigen Schimmelpilzen reichen. Viele dieser Toxine rufen Entzündungsmechanismen im Körper hervor, was zu chronischen Blähungen führen kann.


3. Schlechte Bakterien im Verdauungstrakt (Dünndarmfehlbesiedelung)


Eine Dünndarmfehlbesiedelung ist eine ernstere Krankheit, die den Körper mit mehr als nur Blähungen beeinträchtigt. Oft sind Blähungen bereits ein verräterisches Zeichen für diese Krankheit. Wie der Name schon sagt – hier wird der Dünndarm mit Bakterien

überschwemmt, die dort nicht sein sollen. Sie wandern vom Dickdarm in den Dünndarm und sorgen dort für ein Ungleichgewicht der Darmbakterien was sich u.a. in starken Blähungen mit krampfartigen Schmerzen äußern kann.


4. Verdauungsstörungen wie Reizdarmsyndrom


Für Blähungen kann auch das Reizdarmsyndrom verantwortlich sein. Nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel treten starke krampfartige Schmerzen und Blähungen auf. Wie auch in den Fällen davor, ist ebenfalls das Zusammenspiel zwischen Psyche, bestimmten Lebensmitteln und Entzündungen die Ursache.


5. Stress


Stress, Ärger und Angst aktivieren das zentrale Nervensystem. Die freigesetzten Stresshormone wiederum aktivieren die Nervenzellen in der Darmwand über die Darm-Hirn-Achse. Das wirkt sich auf die Verdauungsprozesse im Darm aus und Durchfall, Verstopfung und Blähungen sind die Folge.


Blähungen. Was tun?


  • Wer häufig unter Blähungen leidet, sollte in jedem Fall eine zeitlang auf blähende Lebensmittel (siehe oben) verzichten. Oft stellt sich nach kurzer Zeit bereits Besserung ein.


  • Ballaststoffe sind sehr gesund. Es handelt sich dabei überwiegend um Pflanzenteile die vom Körper nicht verdaut werden können z.B. Pflanzenfasern. Sie regen die Verdauung an und sind die Hauptmahlzeit der guten Darmbakterien. Daher sollten Ballaststoffe so oft wie möglich Bestandteil Deiner Ernährung sein. Von einigen Menschen werden keine zu großen Mengen davon vertragen und führen zu Verdauungsstörungen. Hier gilt es, die individuelle Verträglichkeit auszutesten und sich langsam ranzutasten. Weiterführende Artikel zum Thema Ballaststoffe findest Du unten im Link.


  • Auch wasserlösliche Ballaststoffe wie Flohsamenschalen leisten einen wichtigen Beitrag zur Regulierung der Darmflora und zur Anregung der Verdauung. Täglich ein TL Flohsamenschalen mit einem großen Glas Wasser wirkt bei vielen Menschen schon Wunder.


  • Fenchel, Ingwer, Pfefferminze und Kümmel als Tee oder Gewürze eignen sich zur Beruhigung des Magen-Darm-Traktes und helfen, Beschwerden bei Blähungen zu lindern.


  • Körperliche Bewegung sorgt ebenfalls für einen besseren Abtransport der Gase aus dem Darm.


Zu guter Letzt sollte man niemals die psychische Komponenten von Blähungen unterschätzen. Wenn man bewußt, langsam und achtsam isst, dabei auf möglichst gutes Kauen achtet, kann man bereits viel für Stressreduktion und seine Verdauung tun. Auch Atemübungen, Dehn- und Kraftübungen sind für die Verdauung sehr hilfreich.


Ich wünsche Dir eine gute Verdauung gelegentliche Pupse ohne Schmerzen,