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Was tun bei Reizdarmsyndrom?


Reizdarmsyndrom ist eine häufige Diagnose die bei den unterschiedlichsten Verdauungs- und Magen-Darm-Problemen gestellt wird. Es ist ein sehr schwammiger Begriff.


Im Prinzip ist es

die medizinische Art zu sagen: „Wir haben keine Ahnung, wo das eigentliche Problem liegt.“


Trotz des mangelnden Verständnisses ist die Diagnose Reizdarmsyndrom weit verbreitet. Auch wenn es für diese mysteriöse Erkrankung keine allgemeingültige Behandlung gibt, ist es doch hilfreich, die auslösenden Faktoren zu kennen. Nur dann kann man auch selbst etwas dagegen tun.


Was ist das Reizdarmsyndrom?


Das Reizdarmsyndrom ist eine funktionelle Magen-Darm-Erkrankung, die sowohl zu extremer Verstopfung, als auch zu heftigem Durchfall führen kann. Manchmal auch abwechselnd.


Weitere Symptome können sein:


· Blähungen

· Bauchkrämpfe und Schmerzen

· Ein Gefühl der unvollständigen Darmentleerung

· Übelkeit und/oder Erbrechen

· Sodbrennen


Ursachen von Reizdarmsyndrom


Auch wenn noch viel Forschung zu den Ursachen des Reizdarmsyndroms erforderlich ist, so weiß man doch, dass es einige Auslöser dafür gibt:


1. Dysbiose


Dein Darm ist ein fragiles Ökosystem, in dem Billionen von Bakterien leben.

Wenn es mehr „schlechte“ als „gute“ Bakterien gibt, gerät das empfindliche Gleichgewicht aus dem Ruder. Das nennt man Dysbiose.


Eine Dysbiose schwächt Dein Immunsystem, kann zu Entzündungen und chronischen Krankheiten führen. Diese Faktoren können zum Reizdarmsyndrom beitragen und Darmsymptome verschlimmern.


2. Nahrungsmittelunverträglichkeiten


Gluten, Histamin, Laktose etc. können entzündliche Reaktionen im Darm hervorrufen, die zu einer undichten Barriere (Leaky Gut) und Reizdarmsyndrom führen können. Achtung: Symptome können sich um mehrere Stunden verzögern und es nicht ungewöhnlich, wenn Menschen auf mehrere Nahrungsmittel empfindlich reagieren.


3. Mangel an Verdauungsenzymen oder Magensäure


Hier kann Nahrung nicht richtig aufgespaltet und absorbiert werden, was zu Gärung, Entzündungen und Reizungen der Magenschleimhaut führt.


4. Veränderte Darmperistaltik


Die Beweglichkeit des Darms kann durch viele Faktoren beeinflusst werden. Beispielsweise können Entzündungen, Gastritis oder Nebenwirkungen von Medikamenten und Schilddrüsenprobleme den Verdauungstakt stören und es kommt zu Verstopfung und/oder Durchfall.


5. Stress


Wissenschaftliche Erkenntnisse deuten darauf hin, dass psychischer Stress die Verdauung beeinträchtigen kann, indem er das Gleichgewicht des Mikrobioms stört.


Studien haben gezeigt, dass bei 40–60 % der Patienten mit funktionellen Magen-Darm-Störungen auch psychiatrische Symptome auftreten.


6. Dünndarmfehlbesiedelung


Hier befinden sich im Dünndarm ungewöhnlich große Mengen Bakterien, die Reizdarm-Symptome verursachen können. Eine Dünndarmfehlbesiedelung wurde bei 78 % der Patienten mit Reizdarmsyndrom gefunden und kann nach einer Lebensmittelvergiftung oder einer Magen-Darm-Entzündung ausgelöst werden.


Meide diese Lebensmittel bei Reizdarm


Fett


Studien zeigen, dass fetthaltige Lebensmittel Reizdarm-Symptome auslösen können. Aber nicht alle Fette sind gleich. Meiden solltest Du frittierte Lebensmittel, verarbeitete Öle und gesättigte Fette, die in Milchprodukten, Eiern und rotem Fleisch enthalten sind. Empfehlenswert dagegen sind Oliven- und Kokosöl, Ghee (geklärte Butter), Lein- und Hanföl.


Koffein


Für Menschen mit Reizdarmsyndrom kann Kaffee problematisch sein, denn er übersäuert. Mehr als drei Tassen pro Tag (ohne Kuhmilch und Zucker) sollten es daher lieber nicht sein.


Alkohol


Mäßiger Alkoholkonsum ist in der Regel in Ordnung. Halte Dich einfach an ein Getränk pro Tag, mit zwei alkoholfreien Tagen pro Woche. Wenn die Symptome Deines Reizdarms jedoch unerträglich sind, solltest Du auf Alkohol komplett verzichten.


Scharfes Essen


Gewürze gehören zu den gesündesten Lebensmitteln der Welt. Wenn scharfes Essen jedoch sauren Reflux und Bauchschmerzen auslöst, sollte es besser gemieden werden. Auch hier gilt: aufmerksam bleiben und den eigenen Körper beobachten.


Maßnahmen bei Reizdarm


Neben dem Vermeiden kritischer Lebensmittel (siehe oben), gibt es noch zahlreiche Maßnahmen, die man bei Reizdarm anwenden kann.


Darmreinigung


Im Grunde besteht eine Darmreinigung aus drei Komponenten:

1. Heilerde (Bentonit oder Zeolith)

2. Flohsamenschalen

3. Probiotikum


Bei Reizdarm ist zu beachten, dass die Dosierung am Anfang geringer ausfallen sollte, als gewöhnlich empfohlen. Zum Thema Darmreinigung, siehe Link unten, habe ich einen kompletten Artikel verfasst. Hier findest Du die Anleitung, falls Du eine Darmreinigung durchführen möchtest.


Magnesium


Die Einnahme von Magnesium kann sinnvoll sein, denn das Mineral hat eine entkrampfende Wirkung. Bei der Wahl des Präparates solltest Du darauf achten, dass es sich um Magnesiumglycinat handelt, welches für den Darm besser verträglich ist.


Entspannung

Da auch Stress ein Auslöser von Reizdarm sein kann, ist eine bewußte Entspannungs- bzw. Atemtechnik sinnvoll, um Krämpfe zu lösen und die Verdauung nicht zusätzlich zu belasten.


Kräuter und Öle


Und selbstverständlich sind sämtliche Kräuter und ätherische Öle, die für ihre entspannenden und krampflösenden Eigenschaften bekannt sind, sinnvoll. Pfefferminz, Lavendel, Kamille, Zitronenmelisse und Baldrian sind nur einige Beispiele für wohltuende Tees oder Massageöle.


Ich hoffe, dieser Artikel kann Dir bei der Diagnose „Reizdarmsyndrom“ ein wenig weiterhelfen. Du siehst, Du kannst eine Menge tun, um Deine Beschwerden zu lindern. Reizdarm ist keine Diagnose, mit der Du auf Dauer leben musst.


Viele Grüße, Nicole


Weiterführende Links:


P.S. Du leidest an Reizdarm oder anderen Verdauungsbeschwerden? Du hast schon "alles" versucht, aber es wird nicht besser? Lass uns sprechen. Vereinbare gleich ein kostenloses Erstgespräch mit mir.





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