Das Säure-Basen-Gleichgewicht. Darum ist es so wichtig!


Auf allen Seifen, Duschgels, Cremes etc. gibt es eine pH-Wert Angabe.


Aber was heißt das eigentlich?

Was ist der pH-Wert?


pH steht für den lateinischen Begriff „Potential Hydrogenii“, was soviel bedeutet wie „Die Kraft des Wasserstoffs“, denn der Wasserstoff (chemisch mit H abgekürzt) bestimmt den pH-Wert einer Flüssigkeit. Der pH-Wert ist der Messwert für das Säure-Basen-Verhältnis. Ein niedriger pH-Wert bedeutet ein Übermaß an Säure, ein hoher pH-Wert einen Überschuss von Basen.


Genau wie die richtige Körpertemperatur, oder die richtige Wasserversorgung ist eine optimale Säure-Basen-Verteilung eine wichtige Voraussetzung für eine gesunde Zell- und Organfunktion und damit für unsere Gesundheit. Ein gesundes Verhältnis beträgt hier 2:8. Das bedeutet, für zwei Säuren werden als Ausgleich 8 Basen benötigt.


Übersäuerung im Körper

Gerät das Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Körper aus dem Gleichgewicht, dann ändert sich der pH-Wert. Kleine Schwankungen können von einem gesunden Körper problemlos ausgeglichen werden. Verschiebt sich das Säure-Basen-Verhältnis jedoch immer wieder extrem und dauerhaft in eine Richtung, dann ist der Körper mit der Regulation überfordert. Verlagert sich das Säure-Basen-Verhältnis in die saure Richtung dann spricht man von einer Übersäuerung.


Natürlich würde auch eine Verschiebung in die basische Richtung zu gesundheitlichen Problemen führen. Da dies jedoch so gut wie nie vorkommt, möchte ich mich in diesem Artikel auf die Übersäuerung beschränken.


Bin ich übersäuert?


Mit wenigen Ausnahmen (sauer: Magen, Dickdarm, Muskelzellen, Scheide) brauchen unsere Organe und Körperflüssigkeiten ein basisches Milieu. 


Leider bietet die heutige Lebensweise unbegrenzte Möglichkeiten unseren Körper zu übersäuern. Menschen die sich „modern“ ernähren, können davon ausgehen, dass in ihrem Körper ein Überschuss an Säuren vorherrscht. Mit „modern“ meine ich eine Ernährung die aus folgenden Zutaten besteht:

  1. Hauptsächlich industriell verarbeitete Nahrungsmittel

  2. Verarbeitete Getreideprodukte (Back-und Teigwaren)

  3. Verarbeitete Fetten und Öle (künstlich gehärtet, raffiniert etc.)

  4. Zucker und/oder gezuckerte Snacks, Gerichte und Getränke

  5. Verarbeitete tierische Produkte (Fleisch- und Wurstwaren sowie Milchprodukte aus pasteurisierter und homogenisierter Milch)

  6. Fertiggerichte, die eine Vielzahl an künstlichen Lebensmittelzusatzstoffen enthalten (inkl. Geschmacksverstärker, Süßstoffe, Konservierungsstoffe etc. )

  7. Genussmittel wie Koffein, Nikotin, Alkohol und Kochsalz

 Zusätzliche Säurebildung im Körper durch:

  1. Bewegungsmangel

  2. Lichtmangel

  3. Schlafmangel

  4. Stress

  5. Umweltgifte (Toxine in Lebensmitteln, Putzmittel, Wohntextilien und Baumaterial)

  6. Chemikalienbelastung aus Körperpflegeprodukten und Kosmetika

  7. Medikamente

Anzeichen einer Übersäuerung


Man kann davon ausgehen, dass ein Mensch mit „normalen“ Essgewohnheiten, einem Bürojob, Familie, Haushalt und Kindern, höchstwahrscheinlich übersäuert ist. Erste Anzeichen einer Übersäuerung können sein:

  1. Probleme mit dem Blutzuckerspiegel

  2. Erhöhter Blutdruck

  3. Anfälligkeit für Entzündungen, Infekte und Allergien

  4. Schlafstörungen und rasche Ermüdung

  5. Stimmungsschwankungen

  6. Übergewicht

  7. Haut-und Haarprobleme

Gute Säuren 


Man könnte nun den Eindruck gewinnen, jede Säure wäre schlecht. Das ist jedoch nicht der Fall, denn es gibt durchaus auch wichtige und nützliche Säuren, ohne die Gesundheit gar nicht möglich wäre. Dazu gehören in erster Linie Säuren, die in unserem Körper gebildet werden, z.B. die Magensäure.


Das saure Milieu im Magen sorgt dafür, dass Bakterien und Parasiten, die mit der Nahrung eintreffen, abgetötet werden. Zudem gibt es spezielle Verdauungsenzyme, die nur in einem sauren Magenmilieu in der Lage sind, Eiweiße zu verdauen.


Auch ein gesunder Dickdarm hat ein saures Milieu. Besonders die guten Lacto- und Bifidobakterien bilden bei ihren Stoffwechselprozessen Säuren und nur in einem solchen Milieu können sie ihre Aufgabe verrichten. Dazu gehören u.a. die Abwehr von krankheitserregenden Keimen, die Regeneration der Darmschleimhaut, die Produktion von manchen Vitaminen und Fettsäuren uvm.


Schlechte Säuren


Von schlechten Säuren spricht man, wenn es sich um Säuren handelt, die durch eine ungesunde Ernährungsweise im Körper eintreffen. Hierzu zählen z.B. Kohlensäure im Mineralwasser, Gerbsäure aus Kaffee und Schwarztee, oder die Phosphorsäure in Softdrinks wie Cola, Limonaden etc.


Beim Verzehr von tierischen Eiweißen entsteht Harnsäure. Essigsäure entsteht bei der Verstoffwechselung von Weissmehlprodukten und sämtlichen gezuckerten Speisen und Getränken, Schwefelsäure und Salpetersäure entsteht bei der Verstoffwechselung von Schweinefleisch.


Aber auch Medikamente, negative Gedanken, übertriebener Sport und Umweltbelastungen erzeugen Säuren.  Körperpflege mit synthetischen Inhaltsstoffen, Waschmittel, Haushaltsreiniger haben ebenfalls säurebildende Toxine die unseren Körper täglich belasten.


So entsäuert der Körper


Normale Säuremengen, also solche, die ohnehin im Körper entstehen, können problemlos wieder ausgeschieden werden. Hier hat der Körper folgende Ventile:

  1. Kohlensäure wird in Form von Kohlendioxid über die Lunge ausgeatmet. Eine richtige Atemtechnik ist daher äußerst hilfreich, um einen Teil der entstandenen Säuren über die Lungen auszuatmen.

  2. Der Großteil aller Gifte und Stoffwechselabfallprodukte (insbesondere Säuren) gelangt in die Nieren und wartet dort auf seine Ausscheidung mit dem Urin. Aus diesem Grund lässt sich eine Übersäuerung mit Hilfe von pH-Wert Messungen des Urins sehr gut feststellen.

  3. Über die Haut, unser flächenmäßig größtes Organ, werden Säuren über den Schweiß ausgeschieden. Das ist der Grund dafür, warum die Haut fast aller Menschen einen sauren pH-Wert aufweist.

Osteoporose, Rheuma und Gicht durch Übersäuerung


Säuren sind bekanntlich extrem ätzend. Daher müssen Säuren, die nicht über einen der oben genannten Wege ausgeleitet werden können, vom Körper in weniger gefährliche Stoffe umgewandelt werden. Deswegen wandelt der Organismus ätzende Säuren mit Hilfe von Basen in Salze um und neutralisiert sie dadurch.


Neutralisiert werden Säuren meist mit Hilfe von basischen Mineralstoffen wie Kalium, Magnesium, Calcium etc. So werden Säuren zu neutralen Salzen (auch Neutralsalze genannt), die hier natürlich nicht mit Koch-oder Meersalz gleichzusetzen sind.


Auswirkungen von Neutralsalzen im Körper


Die notwendigen basischen Mineralstoffe werden der Nahrung entnommen oder auch aus Körperregionen, in denen sehr hohe Mineralstoffmengen vorhanden sind. Das sind z.B. die Knochen, der Haarboden, die Blutgefäßwände, oder auch das Bindegewebe. Das kann natürlich nur so lange gut gehen, wie die „ausgeliehenen“ Mineralstoffe wieder zurückgegeben werden, nämlich mit der nächsten basischen Mahlzeit.


Die moderne Lebens- und Ernährungsweise liefert dem Körper täglich jedoch deutlich mehr Säuren als Basen. Wenn die Ausleitungsorgane überlastet sind, stellt der Körper daher vermehrt Neutralsalze her, um diese im Körper zu lagern und „später“ auszuscheiden, wenn die Säureflut nachlässt. Wenn dies allerdings nicht der Fall ist, kommt es zur langfristigen Einlagerung der Salze und das kann sich in schwerwiegenden Krankheiten äußern. Dazu gehören u.a.

  1. Gicht. Gicht ist eine der bekanntesten Folgen einer starken Übersäuerung. Bei der Verstoffwechselung von Fleisch und Fleischprodukten entsteht Harnsäure. Wird Harnsäure neutralisiert, entstehen Harnsäurekristalle. Wenn sich diese in den Gelenken ablagern, spricht man von Gicht. Harnsäurekristalle, die sich in den Nieren ablagern, führen zu Nierensteinen.

  2. Rheuma. Gelenke sind beliebte Salzlagerstätten des Körpers. Die dort deponierten Salze können in diesen Bereichen zu Entzündungen führen, was wiederum Arthrose oder andere rheumatische Erkrankungen begünstigt.

  3. Osteoporose. Bei dieser Krankheit nimmt die Knochendichte kontinuierlich ab und die Knochen werden brüchig. Calcium, als basischer Mineralstoff, ist in den Knochen in großen Mengen vorhanden. Wird das basische Calcium zur Neutralisierung von Säuren entnommen, begünstigt das die Entstehung von Osteoporose.

  4. Werden Säuren nicht mehr neutralisiert, sondern über die Haut ausgeschieden, so sorgen sie aufgrund ihrer ätzenden Eigenschaften dort für kleine Entzündungen. Akne, unreine Haut, Schuppenflechte, Neurodermitis und Ekzeme können die Folge sein.


3 Tipps gegen Übersäuerung


Hast du dich in den ein oder anderen Symptomen wiedererkannt? Vermutest du eine Übersäuerung in deinem Körper? Dann lass uns gemeinsam etwas dagegen tun. Gerne berate ich dich individuell in einem Einzelgespräch und gemeinsam werden wir die notwendigen weiteren Schritte zur Entsäuerung besprechen und durchführen. Informiere dich hier über meine Angebote. Gerne kannst Du aber auch schon ganz alleine die ersten Schritte hin zu einem basischeren Milieu in Deinem Körper tun:

  1. Beginne Deinen Tag mit einem großen Glas Zitronenwasser. Zitronen sind zwar säurehaltig, aber sie werden im Körper