Was passiert im Schlaf? Erstaunliche Fakten


Manch einer hat sich die Frage sicher schon gestellt: “Was passiert im Schlaf?”. Kurz gefasst, während wir schlummern verrichtet unser Körper Schwerstarbeit auf allen Ebenen. Und genau darum, ist guter Schlaf so heilig.


Tatsache ist, Schlaf ist einer der wichtigsten Faktoren für unser Wohlbefinden und ist zu Recht die 4. Säule in meinen 5 Säulen der ganzheitlichen Gesundheit.


Schlafen ist uncool


Schlaf hat in den letzten Jahren aufgehört „sexy“ zu sein. Wer kennt sie nicht, die dummen Sprüche?: „Schlafen kann ich, wenn ich tot bin“. „Schlafen ist was für Weicheier“. „Wer schläft, verliert“ … Es scheint, als bestünde ein Wettstreit, wer mit dem wenigsten Schlaf auskommt. Diejenigen, die sich ausreichend Schlaf gönnen gelten als schwach, faul und träge. Das muss sich ändern.


Wenn Du einen vollen Terminkalender hast, dann erscheinen die 8 Stunden Schlaf wie Zeitverschwendung. Überlegst Du, was Du alles schaffen könntest, wenn Du ein, zwei Stunden weniger Schlaf bräuchtest? Oder bekommst Du nicht genügend Schlaf, weil Du zwar im Bett liegst, aber Dein kluger Kopf einfach nicht aufhört zu denken und Dich wachhält?


Schlaf ist weit mehr als nur oberflächlich die Batterie aufzuladen. Es passiert unwahrscheinlich viel während Du schläfst – und ohne genügend Schlaf sind wir nicht lebensfähig.


Grundsätzlich gilt: während Du wach bist, ist Dein Körper beschäftigt. Er hat weder die Zeit noch die Energie, tagsüber all die Dinge zu erledigen, die für einwandfreie Gesundheit und Wohlergehen notwendig wären. Deswegen tut er diese Dinge, während wir schlafen.


6 erstaunliche Fakten, die Dein Körper tut, während Du schläfst


Dies sind nur einige wenige Prozesse, die ablaufen währen Du im Schlummerland weilst.


1. Schlaf hilft Dir, Entscheidungen zu treffen


Die Redewendung „ich muss mal ne Nacht drüber schlafen“, kommt nicht von ungefähr. Hast Du eine schwierige Entscheidung zu treffen? Dann bleib nicht ewig lange wach und stresse Dich damit. Gehe stattdessen schlafen und sorge für sieben bis neun Stunden Ruhe. Es gibt eine enge Verbindung zwischen dem Fällen von Entscheidungen und Schlaf. Gib Deinem Hirn die Möglichkeit sich – nun ja – den Kopf zu zerbrechen. Zu diesem Thema gibt es eine Reihe interessanter, wissenschaftlicher Artikel und Studien.


2. Schlaf hält Deine Erinnerungen „wach“


Hast Du Dich jemals gefragt, wie Erinnerungen entstehen? Nun, wenn wir nachts schlummern, sind unsere fleißigen Gehirne schwer am Arbeiten. Sie arbeiten an „Gedächtniskonsolidierung“, also an der Verfestigung von Erinnerungen.


Die Informationen die wir aufnehmen gehen auf eine komplexe Reise um schließlich zu einer stabilen, abrufbaren Erinnerung zu werden.


Zum Beispiel, wenn Du gerade jemanden neu kennenlernest, sagt er Dir seinen Namen. Dein Gehirn verstaut den Namen erstmal im Kurzzeitgedächtnis. Aber später, wenn Du schläfst, macht Dein Gehirn die Verbindung, die es braucht, um den Namen vom Kurzzeit ins Langzeitgedächtnis zu schieben. Du kannst Dir das vorstellen wie Himbeeren, die Du vom Kühlschrank in die Tiefkühltruhe tust – dort, wo sie länger haltbar sind.


3. Schlaf stärkt Dein Immunsystem


Bist Du anfällig für Erkältungen oder nimmst Du regelmäßig jeden Magen-Darm-Infekt mit, der gerade umgeht? Oder anders gefragt: „Wann hast Du das letzte Mal ungestört zwischen sieben und neun Stunden am Stück geschlafen?“


Eine Sache, die wir weitestgehend selbst in der Hand haben, wenn es um die Stärkung des Immunsystems geht, ist die Qualität und die Menge an erholsamem Schlaf.


Unser Körper produziert Zytokine während wir schlafen. Diese Proteine unterstützen unser Immunsystem, indem sie Infektionen und Entzündungen bekämpfen. Ohne ausreichend Schlaf kann der Körper nicht genügend dieser Proteine herstellen, um uns vor Infektionen zu schützen. Sehr ausführliche Informationen und Belege dieser These sind in folgender Dissertation enthalten. Also dann, husch husch ins Bett.


4. Schlaf entfernt Dein „Hirnschmalz“


Tatsächlich produziert auch Dein Gehirn Abfall, nämliche zelluläre Abfallprodukte. Diese bilden sich über den Tag, wenn das Gehirn zu beschäftigt ist, sie aufzuräumen (das kenne wir von uns selbst, für Aufräumen muss man sich eben Zeit nehmen).


Diese Müllabfuhr ist unser sogenanntes glymphatische System, mit dessen Hilfe die Abfallprodukte abtransportiert werden (Quelle). Es ist tagsüber nicht so produktiv, weil so viele andere Prozesse in unserem Oberstübchen ablaufen.


Aber nachts, wenn wir schlafen, kann das glymphatische System unsere toxischen Abfallprodukte effektiv aus unserem System fluten, sodass wir aufwachen mit mehr Platz im Gehirn zum Denken, Fühlen und die beste-Version-unseres-Selbst-Sein!


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5. Schlaf reguliert Deinen Stoffwechsel und Appetit


Ungenügend Schlaf kann Deinen Stoffwechsel beeinträchtigen und das Risiko an Typ-2-Diabetes zu erkranken, erhöhen (Studie). Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Zellen insulinresistent werden bzw. die Glukose nicht richtig aufgenommen werden kann, wenn die Probanden an Schlafmangel gelitten hatten.


Was bedeutet das? Nun, wenn Dein Körper nicht in der Lage ist, Nahrung in seiner normalen Geschwindigkeit zu verdauen, können Gewichtszunahme und Übergewicht die Folge sein.

Und wenn es um Heißhunger geht, ist es wichtig, ausreichend Hormone zu haben, die den Appetit regeln. Studien zeigen, dass Menschen, die nicht genügend Schlaf bekommen, einen erhöhten Spiegel an Ghrelin (ein Hormon, das den Appetit anregt) und gleichzeitig einen geringen Leptin-Spiegel aufweisen (das Hormon, das Dir das Signal gibt, dass Du satt bist).


Damit nicht genug, ist Schlafmangel ein Stressor, deshalb stellt Dein Körper mehr Cortisol her, das wiederum kann Heißhunger auf Süßes, Salziges und Fettiges fördern. Nimm diese ganzen Faktoren zusammen und Du hast die perfekte Kombination aus Heißhunger und Hormonmangel zur Sättigung.


6. Schlaf unterstützt Deine mentale Stärke


Eine Studie des Max-Planck-Institutes in München hat herausgefunden, dass auch die Entwicklung von psychischen Erkrankungen wie Depressionen eng mit Schlafstörungen verbunden ist. Schlaf und Gemütszustand sind so eng miteinander verknüpft, dass es schwierig ist zu ermitteln, was hier Ursache und was Wirkung ist.


Klar ist: etwa alle 90 Minuten wechseln „normale“ Schläfer zwischen zwei Schlafprofilen, dem Tiefschlaf (Non-REM Schlaf) und dem REM (Rapid-Eye-Movement) Schlaf, also dem Schlaf, der durch schnelle Augenbewegungen und oft traumreich verläuft.


Wenn dieser Zyklus durchbrochen wird, wirbelt das unsere Neurotransmitter und Stresshormon-Pegel durcheinander – und das kann alle möglichen Probleme mit unserer Psyche auslösen.


Natürlich gibt es auch hier, ebenso wie bei der physischen Gesundheit Faktoren, die außerhalb unserer Kontrolle liegen. Aber wir können unser Bestes tun, um genügend Schlaf zu erhalten.


Schwierigkeiten einzuschlafen? Ich hab da was…


Vielleicht denkst Du jetzt, „alles klar Nicole, ich habs kapiert, Schlaf ist wichtig. Aber ich liege nachts wach, meine Gedanken kreisen, ich komme nicht zur Ruhe und ich wälze mich hin und her…“


Glaube mir, ich verstehe Dich sehr gut. Vielleicht lässt Dich eine Krankheit nicht zur Ruhe kommen oder Dein Stresslevel ist nicht mehr von dieser Welt. Egal was es ist, ich weiß aus eigener Erfahrung wie frustrierend es ist, nicht genügend Schlaf zu bekommen. Deshalb habe ich noch weitere nützliche Informationen für Dich zusammengestellt, die Dir hoffentlich helfen werden, bald zufrieden ins Schlummerland abzudriften.


Hier findest Du einige meiner Artikel über Schlaf:

  1. Besser schlafen und Ruhe finden

  2. Belächelt und unterschätzt: Die Gefahr elektromagnetischer Felder

  3. Diese Nahrungsmittel machen Dich schläfrig

Lies Dir die Artikel mal durch oder notiere sie Dir für später, Du weißt nie, wann sie vielleicht mal nützlich sein werden. Ich wünsche Deinem wunderbaren Körper und Geist die Ruhe, die sie verdienen. Schlaf gut!