Dysbiose: Darmbakterien im Ungleichgewicht

Aktualisiert: 5. Feb.

Der Mensch lebt mit seinen Billionen von guten Darmbakterien in einer Lebensgemeinschaft, einer sogenannten Symbiose: Die Bakterien werden vom Menschen mit Nahrung versorgt und helfen ihm im Gegenzug, schädliche Eindringlinge zu bekämpfen, sie verteidigen also ihren eigenen Lebensraum.


Als Dysbiose bezeichnet man das Ungleichgewicht an guten und schlechten Darmbakterien im Körper.


Nützliche Bakterien verlassen ihren Lebensraum nur dann, wenn sich das Milieu so verändert, dass sie den schädlichen Bakterien Platz machen müssen.


Sobald der Anteil der schädlichen Bakterien eine individuelle Grenze überschreitet, überwiegen die Fäulnisprozesse im Darm, was sich unmittelbar in Verdauungsbeschwerden (Blähungen, Verstopfungen o. ä.) niederschlägt.


Langfristig äusserst sich ein solches Ungleichgewicht in einem  geschwächten Immunsystem und damit in Krankheiten aller Art. 


Die Aufgaben des Darms


Unser Darm versorgt unseren gesamten Organismus mit Nähr-, Vital-, und Mineralstoffen, und schützt ihn vor ungebetenen Eindringlingen. Hast Du gewusst, dass sich 80% aller Abwehrzellen im Darm befinden? Es empfiehlt sich also, auf seinen Darm sehr gut aufzupassen, denn dieser passt gut auf uns auf. Für diese Aufgabe benötigt der Darm eine riesige Oberfläche, die sich insgesamt auf ca. 300 – 400m2 beläuft, das ist ungefähr die Fläche eines Tennisplatzes!


Somit ist unser Darm die größte Kontaktzone des Körpers zur Außenwelt und kommt täglich mit mehr schädlichen Substanzen in Berührung als jedes andere Organ. Zu schädlichen Substanzen zählen Medikamente, chemische Lebensmittelzusatzstoffe, industriell veränderte Nahrungsmittel, Umwelt-und Wohngifte, aber auch Pilze, Viren, Bakterien und Parasiten.


Die Darmpolizei


Nur gut, dass das Immunsystem direkt im Darm „wohnt“, um Fremdstoffe und Krankheitserregern sofort zu bekämpfen. Ein Teil dieses Immunsystems besteht aus der Darmflora. Dabei handelt es sich um Billionen von bestimmten Bakterien, die in den Falten der Darmschleimhaut leben. Der größere Teil dieses im Darm ansässigen Immunsystems besteht jedoch aus Abwehrzellen, den weißen Blutkörperchen, die in der Darmschleimhaut leben. Diese Abwehrzellen bilden passende Antikörper zu sämtlichen, im Darm eintreffenden, Krankheitserregern.


Das Bauchgefühl


Jeder von uns schon mal was „aus dem Bauch heraus“ entschieden. Eine Entscheidung „liegt uns schwer im Magen“ oder ist “schwer zu verdauen”. Diese Redewendungen kommen nicht von ungefähr. Der Darm verfügt in den Darmwänden über ein eigenes Nervensystem. Es wird auch Bauchhirn genannt. Die Nervenzellen dieses Bauchhirns können in einem bestimmten Rahmen völlig eigenständig agieren und reagieren, also unabhängig vom Gehirn! Das Gefühlszentrum unseres Gehirns wiederum steht in ständigem Kontakt mit den Nervenzellen unseres Bauchhirns. Die Folge ist, dass unsere Ernährung unser Gefühlsleben beeinflusst!


Diese Tatsache hat zwei Auswirkungen. Wir können uns mit einem Stück Schokolade „belohnen“, denn das Bauchhirn meldet einen positiven Reiz an unser Gefühlszentrum im Hirn, wenn die Schokolade langsam in unserem Mund zerschmilzt. Werden aber Gerichte verzehrt, die reich an synthetischen Lebensmittelzusatzstoffen sind, dann reizen diese Stoffe, die für den Organismus Gift darstellen, die Nervenzellen des Bauchhirns auf negative Weise. Folglich können plötzliche Aggression, Konzentrationsstörungen, Überaktivität oder auch Stimmungstiefs mit der Ernährung bzw. dem Zustand des Darms in Verbindung gebracht werden.


Dysbiose: Darmbakterien im Ungleichgewicht


Das Entstehen einer Dysbiose kann beispielsweise durch die Einnahme von Antibiotika hervorgerufen werden. Nicht nur die schädlichen, auch die guten Bakterien werden zerstört und zahlenmäßig so reduziert, dass der Darm anfällig wird für Infektionen aller Art.


Deswegen ist es äußerst ratsam, nach einer Antibiotika-Therapie eine Darmkur durchzuführen, um durch die Einnahme von Probiotika (lebende Darmkulturen) und Präbiotika (Nahrung für die guten Darmbakterien) die Darmflora möglichst schnell wieder aufzubauen. Aber auch folgende Punkte können zu einer Dysbiose führen:


1. Ungesunde Ernährung


Zu viel Eiweiß, zu viel Zucker und andere isolierten Kohlenhydrate, stark verarbeitete Lebensmittel, zu wenig Ballaststoffe, ungünstige Lebensmittelkombinationen etc.


2. Mangel an Magensäure


Unvollständig verdaute Nahrungsbestandteile gelangen in den Darm und führen dort zu starken Gärprozessen, was wiederum zu starken Blähungen führt


3. Anhaltende Stresssituationen


Stress blockiert naturgemäß jegliche Verdauungsarbeit. Der Körper produziert Stresshormone, die auf Kampf oder Flucht ausgerichtet sind. Die Verdauung wird gestoppt.


Viele Menschen leben heute mit chronischem Stress, weil der moderne Alltag zu viele Möglichkeiten bietet, sich unter Druck setzen zu lassen, sich zu sorgen und zu ängstigen. Wenn der Stress aber nicht mehr nachlässt, dann ist der Stresshormonpegel immer erhöht und die Verdauung wird massiv unterdrückt.


Darüberhinaus gibt es die folgenden Ursachen für Dysbiose:

  1. Genussgifte wie Alkohol, Koffein und Nikotin

  2. Vitalstoff- und Enzymmangel z. B. durch zu wenig Roh- bzw. Frischkost

  3. Verschobene pH-Werte (siehe dazu meinen Blogartikel Säure-Basen-Gleichgewicht)

  4. Mangel an Bewegung

  5. und viele weitere mehr

Folgen einer Dysbiose


Wenn man bedenkt, welche wichtigen und vielfältigen Aufgaben der Darm zu erledigen hat, dann sind die Folgen einer Dysbiose leicht zu erraten. Dazu gehören etwa:

  1. Ein geschwächtes Immunsystem

  2. Eine mangelhafte Verdauung, die zu Nährstoff- und Mikronährstoffmängeln führen kann

  3. Eine träge Peristaltik, was die Nahrung zu lange im Darm liegen lässt, was wiederum zu Gär-und Fäulnisprozessen führt, sowie die Resorption der Nahrung weiter verschlechtert

  4. Eine schlechte Energieversorgung der Darmschleimhaut und somit der guten Darmbakterien

  5. Das Leaky-Gut Syndrom das durch den mangelhaften Schutz der Darmschleimhaut und die schlechte Peristaltik in Kombination mit einer ungünstigen Ernährung und Stress entsteht.


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Diagnose Dysbiose. Was tun?


Eine Dysbiose kann man gut mit einem Dominospiel vergleichen. Das erste Steinchen, die Milieuveränderung im Darm, kann alle hinter ihm stehenden Steinchen (alle anderen Körperfunktionen) nun ebenfalls zum Fallen bringen. Aus der Milieuveränderung entwickelt sich die Dysbiose, Krankheitserreger finden einen geeigneten Nährboden, Körperfunktionen verlaufen fehlerhaft und der Mensch wird krank.


Eine Dysbiose kann also äußerst weitreichende und meist völlig unterschätze Folgen mit sich bringen. Glücklicherweise kann der menschliche Körper viel kompensieren, sodass er trotz Dysbiose nicht gleich zusammenbricht. Gleichzeitig kann die Behebung der Dysbiose dazu führen, dass sich alle Steinchen wieder von allein erheben und der Körper wieder völlig gesundet.


Dysbiose im Zusammenhang mit Ernährung


Unsere Ernährung beeinflusst unser inneres Milieu deutlich stärker, als uns die Schulmedizin glauben lässt. Und das ist gleichzeitig die gute Nachricht, denn das Milieu und seine Gestaltung sind allein unsere persönliche Angelegenheit. Wir selbst können eine negative Milieuveränderung wieder ins Positive kehren. Die Dysbiose bildet sich zurück, die nützlichen Darmbakterien siedeln sich an, schädliche Mikroorganismen werden zurückgedrängt.


Für die persönliche Einsicht zu dieser Umkehr ist es nie zu spät! Selbst wenn Du Dich bislang eher ungesund ernährst hast, eine Vorliebe für zuckerhaltige, stark verarbeitete Lebensmittel, Fast-Food, süße Getränke, Alkohol etc. hast, kannst Du Dich jeden Tag aufs Neue einer gesünderen Lebensweise zuwenden. Es liegt in Deiner Hand bzw. in Deinem Darm.


Das Milieu entscheidet


Ich bin normalerweise kein Freund von schwarz-weiß Darstellungen, aber in diesem Fall ist es tatsächlich so einfach. Für welches Milieu möchtest Du Dich entscheiden?

  1. Negatives Milieu:  durch schlechte Ernährung, Stress und ungünstige Lebensweise entsteht eine Dysbiose und diese zu KRANKHEIT(EN)

  2. Positives Milieu: durch eine frische, lebendige, vitalstoffreiche, entzündungshemmende und basenüberschüssige Ernährung. Durch eine gesunde, ausgeglichene Lebensweise und möglicherweise durch eine Darmreinigung, sowie eine Sanierung (Wiederaufbau) der Darmflora. Alle diese Faktoren gemeinsam führen zur Gesundheit denn sogar Hippokrates wusste bereits 300 v. Chr. (das muss man sich mal vorstellen!!): “Der Tod sitzt im Darm”

Die gute Nachricht, die er uns vorenthalten hat: Folglich sitzt dort auch die Gesundheit!

Ich wünsche Dir viele gute Darmbakterien,


Deine Nicole


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