Wieviel Wasser am Tag trinken?

Aktualisiert: 29. Apr.


Für viele Menschen ist es schwierig, den Tag über genügend zu trinken. Es fehlt an Zeit, an Möglichkeit, oder man vergisst es schlichtweg, weil man so im Alltag eingebunden ist, dass Trinken einfach keine Priorität hat. Das ist fatal, denn ein optimaler Wasserhaushalt ist ausschlaggebend für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden.


Der Mensch und sein Wasserhaushalt


Wasser ist der Stoff, den wir – nach Sauerstoff – am dringendsten benötigen. Wir selbst bestehen zu einem großen Teil aus Wasser.  Dieses Wasser ist gespeichert in unseren Zellmembranen und Blutgefässen oder aber wartet im Magen-Darmtrakt auf Weiterverarbeitung bzw. in der Blase auf die Ausscheidung als Urin.  


Die Aufgaben des Wassers

  1. Wasser sorgt als Transportmittel für die Versorgung der Zellen mit Nährstoffen und Sauerstoff und entsorgt gleichzeitig Stoffwechselrückstände, Gifte und Kohlendioxid. Somit ist genügend Wasser im Körper die Voraussetzung für sämtliche entgiftende und entschlackende Prozesse.

  2. Wasser ist ein Lösemittel, in dem sich die Mineralstoffe lösen können, somit als Ionen vorliegen und so für die elektrische Übertragbarkeit sorgen z.B. bei der Reizweiterleitung zwischen den Nervenzellen und/oder Muskelzellen.

  3. Wasser ist ein Kühlmittel für den Körper in Form von Schweiß.

  4. Fehlt Wasser, kommt es leicht zu einer Verstopfung. Wasser sorgt dafür, dass die Ballaststoffe im Darm aufquellen können und der Stuhl gleitfähig wird.

  5. Im Prinzip sind wir wie eine Weintraube. Prall gefüllt mit Wasser sehen wir gesund und faltenfrei aus, haben Nährstoffe und Vitamine. Fehlt Wasser, werden wir schrumpelig und faltig, wie ein Rosine. Wasser ist also formgebend und nur durch Wasser enthält jede einzelne unserer Zellen ihre Form und Spannkraft.

Wassermangel und seine Folgen


Bei all diesen Aufgaben ist es nicht verwunderlich, dass Wassermangel für unseren Körper schnell ernstzunehmende Folgen hat. Tatsächlich ist Wassermangel tödlich, wenn wir 15 % unseres Körperwassers verlieren und schon ab 2 % Verlust funktionieren wir nur noch eingeschränkt.


Das liegt daran, dass durch Wassermangel unser Blut dickflüssig wird und sich die Fliessgeschwindigkeit verringert. In der Folge werden unsere Zellen schlechter mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt und die Stoffwechselrückstände werden nicht richtig abtransportiert. So kommt es zu einer langsamen Selbstvergiftung der Zellen, die daraufhin absterben.


Wenn das Blut langsam fliesst, muss der Blutdruck erhöht werden. Auch das Gehirn reagiert auf Wassermangel mit Müdigkeit, Aufmerksamkeits-und Konzentrationsstörungen, aber auch Kopfschmerzen treten sehr häufig auf.


Unzählige andere Krankheiten und Symptome können bei Wassermangel auftreten, darunter Nierensteine, Angst- und Unruhezustände.

Die Wichtigkeit von optimaler Hydration kann ich also gar nicht oft genug betonen.


Wieviel Wasser benötigen wir am Tag?


Für den Wasserbedarf gibt es eine Faustformel. Demnach sollten:


pro kg Körpergewicht täglich 30 ml Wasser getrunken werden


Teile also Dein Gewicht in kg durch 30 und du erhältst die Menge Deines täglichen Wasserbedarfs (z. B. bei einem Körpergewicht von 70 kg, wären das 70:30=2,3 Liter). Der Wasserbedarf ist jedoch von Mensch zu Mensch unterschiedlich und es gibt zahlreiche Faktoren, die ihn stark beeinflussen.


Dazu gehören z. B. heißes Klima, große Höhen, Sport, Sauna, scharfe-, zucker-, oder salzhaltige Speisen, Fertiggerichte mit Zusatzstoffen, Krankheit oder auch gewünschte Entschlackung.


Umgekehrt benötigt man weniger Wasser, wenn man sich salzarm ernährt und viele Früchte, Salate und Gemüse isst, denn in diesen Nahrungsmitteln ist naturgemäß viel Wasser enthalten.


Die besten Wasserquellen für unseren Körper


Optimalerweise sollten wir lebendiges Wasser aus Gemüse, Salaten, Wildpflanzen, Kräutern, Gemüse, Sprossen und Früchten zu uns nehmen – denn es entstammt aus den Zellen lebendiger Organismen und ist somit für den menschlichen Körper auf ideale Weise nutzbar.


Quellwasser


Quellwasser (ohne Kohlensäure), am besten aus einer artesischen Quelle (also einer Quelle, deren Wasser aus eigener Kraft an die Oberfläche sprudelt) ist ebenfalls eine gute Wahl.


Wasser, das mit Kohlensäure versetzt wurde, ist für den täglichen und kompletten Bedarf nicht zu empfehlen. Kohlensäure ist, wie der Name schon sagt, eine Säure, die zur Übersäuerung des Körpers beiträgt und normalerweise im Wasser nicht vorhanden ist. Sie wird durch ein industrielles Verfahren hergestellt und dem Wasser nachträglich zugesetzt.


Übermäßige Kohlensäuremengen können für Aufstossen, Blähungen und eine Verstärkung von vorhandenem Sodbrennen sorgen.


Leitungswasser


Leitungswasser ist Deutschlands meist kontrolliertes Lebensmittel und wird offiziell als sehr sauber und völlig unbedenklich deklariert. Dies ist insofern mit Vorsicht zu genießen, als Leitungswasser häufig gechlort und mit Rückständen von Schwermetallen, Medikamenten, Pestiziden und Hormonen belastet sein kann. Wasser ist stark behandelt und wird aus Klärwerken über ein kilometerlanges Rohrsystem in unseren Wasserhahn gepumpt.


Ich habe mein Leitungswasser von einem unabhängigen Labor auf seine Qualität untersuchen lassen und konnte erfreut feststellen, dass es keinerlei bedenkliche Substanzen aufweist. Solch eine Analyse kostet nicht viel Geld, ist schnell erledigt und lässt einen dann entweder mit einem guten Gefühl zurück, oder aber man weiß, dass man Maßnahmen zur Verbesserung einleiten sollte.


Tafelwasser


Tafelwasser klingt zwar nett, ist aber kein natürliches Mineralwasser, sondern ein aufbereitetes Wasser. Das heisst, es kann aus einer Mischung verschiedener Wässer bestehen, oder auch einfach nur aus Leitungswasser dem Mineralien, Salz und Kohlensäure zugefügt wurden.


Wasseraufbereitungsgeräte sinnvoll?


Die Welt der Wasserfilter und Wasseraufbereitungsgeräte ist groß. Von Aktiv-Kohlefiltern, über basische Aktivwasser bis hin zu Umkehrosmoseanlagen gibt es eine Fülle an Geräten, die allesamt frisches, reines Wasser ohne jegliche Rückstände versprechen.


Da ich keines dieser Geräte brauche oder nutze, erlaube ich mir an dieser Stelle auf den großen, aktuellen Test zu Umkehrosmoseanlagen zu verweisen. Ein guter Artikel, der die gängigsten Fragen zu diesen Geräten beantwortet und verschiedene Geräte vorstellt.


Letztlich kann man festhalten, dass keine Wasseraufbereitungsanlage die Qualität und Eigenschaften von natürlichem Pflanzen- oder Quellwasser ersetzen kann.


Meine 10 Tipps für die optimale Hydration


  1. Beginne Deinen Tag mit einem Glas Wasser (am besten mit Zitronenwasser, das hilft dem Körper bei der Entsäuerung) und gleicht den nächtlichen Flüssigkeitsverlust aus.

  2. Trinke etwa 30-60 Minuten vor jeder Hauptmahlzeit ein Glas Wasser. So steht dem Körper genügend Flüssigkeit zur Bildung der Verdauungssäfte zur Verfügung.

  3. Zum Essen und direkt nach den Mahlzeiten solltest Du nichts essen. Das verdünnt die Verdauungssäfte und zögert die Verdauung hinaus.

  4. Wenn Du Durst verspürst, solltest Du dem immer nachgeben und etwas trinken. Trinke aber nicht zu hastig und zu viel auf einmal. Tendenziell solltest Du am Vormittag mehr trinken als am Nachmittag, um die vormittägliche Ausleitung von Säuren zu unterstützen.

  5. Alkoholische und koffeinhaltige Getränke wirken harntreibend. Wenn Du diese Getränke in Maßen genießt, sorge anschliessend für einen Ausgleich in Form von Wasser.

  6. Zu kaltes Wasser irritiert den Magen und stoppt die Magensäureproduktion. Ideal ist Wasser in Zimmertemperatur.

  7. Je mehr Früchte, grüne Smoothies, frisches Gemüse, Sprossen und Salate Du isst, desto weniger Wasser musst Du trinken.

  8. Stelle Dir am Morgen einen Wasserkrug bereit, der mindestens 1.5 l Wasser halten kann. Wenn Du ihn am Ende des Tages ausgetrunken hast, hast Du schon viel für Deinen Wasserhaushalt getan.

  9. Motiviere Dich selbst zum Trinken, indem Du das Ganze spielerisch angehst. Mache Dir Notizen, wieviel und was Du täglich trinkst. Mein kostenloser Wohlfühl-Plan kann Dir dafür eine perfekte Hilfe sein.

  10. Genieße Wasser mit Geschmack. Wer sagt, dass Wasser langweilig ist? Bereite es Dir mit Früchten, Gemüse und Kräutern zu. Experimentiere mit Geschmacks-Kombinationen und vergiss nicht zu genießen, wie toll das aussieht. Das Auge isst und trinkt ja bekanntlich mit. Grüner Tee, Kräutertee, pflanzliche Milch, Suppen und Brühen sind leckere Alternativen, die Du zur Deckung Deines Flüssigkeitsbedarfs, neben Wasser, reichlich genießen darfst.

Ich hoffe, dieser Artikel mit allen Tipps hilft Dir, Dich abwechslungsreich und ausreichend mit Flüssigkeit zu versorgen. Auf Deine Trink-Gewohnheiten aufzupassen ist nur ein Teil Deines großen Wellness-Puzzles – aber genauso wie das Puzzle ist es nicht komplett ohne dieses eine Teil.


Stelle Dir jeden Schluck als kleines „Danke“ vor, für Deinen Körper, für all das laufen, lieben, lachen, denken, sitzen, stehen usw., welches er Dir ermöglicht.


Deine Nicole


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