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Putzen ohne Chemie


Viele Menschen beschäftigen sich vor allem im Frühjahr mit der Entgiftung, weil diese Jahreszeit zu einem Neubeginn einlädt.


Aber nicht nur unser Körper freut sich über eine Entgiftungskur auch unsere Wohnbereiche werden im eifrigen Frühjahrsputz gerne mal von Grund auf “entgiftet”.


Da rückt man meistens mit einem Dutzend verschiedenen Reinigern den Bakterien zu Leibe. Ohne es zu wissen, setzt man seinen Organismus einer unsichtbaren Gefahr aus, die deutlich schwerer wiegt als die vermeintlich bösen Mikroben, die wir beseitigen wollen.


Man kann es sich vorstellen, wie bei der Einnahme von Antibiotika: die krankmachenden (pathogenen) Keime werden zwar zerstört, aber mit ihnen auch alle guten, nützlichen Bakterien.


Dreck ist "gesund"


Kennst Du den Spruch: “Dreck reinigt den Magen”? Das ist zwar etwas überspitzt, aber im Grund ist es die Wahrheit. Unser Immunsystem braucht “Dreck”, also Erreger, Bakterien, Viren etc. um zu üben, sich aufzubauen und zu verstärken. Ein Haushalt der klinisch rein ist, ist daher nicht empfehlenswert.


Der Mensch ist innen wie aussen übersäht von Mikroben. Im Darm verwerten sie Ballaststoffe, unterstützen das Immunsystem, produzieren Vitamine und wichtige Fettsäuren. Auf unseren Schleimhäuten in Mund, Nase, Rachen, Genitalien und der Haut sitzen unzählige Bakterien und erfüllen eine wichtige Schutzfunktion.

Diese Vielzahl an kleinen “Mitbewohnern” sichert unser Überleben. Wir sollten sie pflegen, nicht fürchten. Tatsächlich sind nur etwa 1 % aller existierenden Mikroorganismen pathogen, also krankmachend.


Hygiene ist wichtig, um sie im Zaum zu halten, aber übertriebene Reinheit zerstört die guten Mikroben und macht es den pathogenen Keimen einfacher, in unseren Organismus vorzudringen.


"Rein" ist nicht gleich "gesund"


Die meisten dieser konventionellen Reiniger werden auf Basis von Erdöl hergestellt. Sie enthalten fast alle synthetische Duft-, Farb- oder Konservierungsstoffe und belasten sowohl die Umwelt, als auch unsere Gesundheit. Sie trocknen die Haut- und Schleimhäute aus, zerstören den Säureschutzmantel der Haut und reizen Augen- und Atemwege.

Gerade die Verwendung von mehreren Mitteln gleichzeitig, kann zu einem gefährlichen Chemiecocktail werden, der über Schleimhäute und Atemwege in den Organismus gelangt.


Besonders Fleckenmittel, Sanitär- und Abflussreiniger können gefährliche Substanzen enthalten.


Natürliche Reinigungsmittel


Vielen Chemikalien können wir heutzutage nicht ausweichen, aber zu Hause können wir bestimmen, welchen Gefahren wir uns aussetzen. Mit nur wenigen Hausmitteln aus biologischen Wirkstoffen wie Tafelessig, Essigessenz, Natronpulver und Zitronensäure kannst Du eine bis zu 99,999 %-ige Keimfreiheit gewährleisten. Die Mittel sind nicht teuer und es gibt sie in jedem Supermarkt.


Natron der Alleskönner


Wie ungefährlich Natron ist, merkst Du daran, dass Du es in der Backwaren-Abteilung findest! Es wird hauptsächlich aus Kochsalz gewonnen und ist Bestandteil von Heil- und Mineralwässern. Die bekanntesten Marken für Natron sind Bullrich-Salz oder Kaiser-Natron. Und so einfach stellst Du einen Universal-Reiniger aus Natron her:


4 TL Natron in 1 l Wasser auflösen. Fertig!

Vielleicht hast Du eine alte Sprühflasche, in die Du Dein Natronwasser füllen kannst, das erleichtert die Verwendung. Mit dieser Mischung kann Du größere Flächen und sogar Glas mit normaler Verschmutzung reinigen.


Tipp: Wenn Du Natron mit nur wenig Wasser vermischst, entsteht eine Paste die man als Scheuermittel z. B. bei Kalkflecken verwenden kann.


Essig. Der Allrounder


Auch Reiniger aus Essig sind komplett biologisch und sorgen für Keimfreiheit von nahezu 100 %. Und so einfach stellst Du einen Universal-Hygienereiniger aus Essig her:


300 ml Essigessenz mit 700 ml Wasser. Fertig.

Essigsäure ist stark gegen Kalk und ist vor allem bei größeren Verschmutzungen empfehlenswert. Vor allem Flächen, die stärker mit Mikroben belastet sind z. B. Küchenutensilien, Armaturen in Bad und WC, Türklinken, Geländer, Kühlschrank, sind mit Essig gut zu reinigen.


Achtung: Essig darf nicht auf Marmor angewendet werden!


Zitronensäure. Starker Partner


Stark keimbelastete Flächen, Küchenspülen und Arbeitsflächen kann man mit einer desinfizierenden Reinigung aus Essig und Zitronensäure reinigen. Und so einfach kannst Du sie herstellen:


400 ml Essigessenz + 100 ml Zitronensäure + 500 ml Wasser. Fertig!


Auch hier ist eine leere Sprühflasche hilfreich, dann hast Du die Mischung fertig und musst sie nicht jedes Mal neu ansetzen.

Das war es schon. Mit diesen drei Mitteln aus natürlichen Substanzen bringst Du Deine vier Wände auf einen hohen hygienischen Standard.


Und generell gilt: die meisten Bakterien sind Deine Freunde, ohne sie wäre ein Leben auf der Erde undenkbar. Das kleine Prozent pathogener Keime kannst Du mit den eben genannten natürlichen Reinigungsmitteln gut im Zaum halten. Ist das nicht ein gutes Gefühl?


Ich wünsche Dir viel Spaß beim Frühjahrsputz,

Deine Nicole


P.S. Putzen macht Dir keinen Spass? Allein der Gedanke macht Dir schlechte Laune? Dann versuche es mal mit meiner kostenlosen Meditation zum Stressabbau. Eine gute Einstimmung vor einer bevorstehenden Putzrunde.


Weiterführende Links:


Quelle: natur & heilen 4/2021

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