Säuren im Körper neutralisieren und ausleiten

Aktualisiert: 7. Feb.


Schon im allgemeinen Sprachgebrauch bedeutet „sauer sein“ etwas Negatives. Etwas „stößt uns sauer auf“ oder man macht ein „saures Gesicht“. Tatsächlich ist es so, dass die meisten Menschen sauer sind, ohne es zu wissen. Ihre Körper sind „übersäuert“. Was bedeutet das?


Viele unserer “Zivilisationskrankheiten” gehen auf eine Übersäuerung unseres Körpers zurück. Im heutigen Artikel zeige ich Dir Methoden, wie Du Säuren in Deinem Körper neutralisieren und ausleiten kannst, indem Du das Gleichgewicht zwischen Säuren und Basen in Deinem Körper wieder herstellst.  Zu mehr Informationen, was der Säure-Basen Haushalt überhaupt ist, lies bitte gerne meinen Blogbeitrag zu diesem Thema.


Leber und Nieren sind unsere Lebensretter


Leber


Deine Haupt-Entgiftungsorgane sind Deine Leber und Deine Nieren. Alle Nährstoffe und Mikronährstoffe gelangen aus dem Verdauungssystem in die Leber. Die Substanzen, die unserem Organismus schaden, müssen unschädlich gemacht, abgebaut und wieder ausgeschieden werden. Schädliche Substanzen sind z. B. Alkohol, Lebensmittelzusatzstoffe, Rückstände von Chemikalien (also z. B. Spritzmittel auf Obst und Gemüse), Medikamente und vieles mehr. Die Leber baut diese Gifte so um, dass sie über die Nieren ausgeleitet werden können.


Nieren


Die Nieren sind also unsere wichtigsten Entgiftung-und Ausscheidungsorgane. Sie reinigen das Blut und leiten Stoffwechsel-Endprodukte, giftige Stoffe, überschüssige Mineralstoffe und Wasser mit dem Urin aus unserem Körper. Auf diese Weise regulieren die Nieren sowohl unseren Wasser- und Mineralstoffhaushalt, als auch unseren Säure-Basen Haushalt (in der Folge abgekürzt als SB-HH).


Bin ich übersäuert?


Unsere westliche Esskultur, also mit vielen tierischen Eiweißen, Kohlenhydraten, Zucker und kohlensäurehaltigen Getränken sorgt naturgemäß für eine Säureflut. Aber nicht nur Lebensmittel, auch Bewegungsmangel, Umweltbelastungen, Körperpflegemittel mit synthetischen Inhaltsstoffen, Putzmittel uvm. sorgen für Säuren in unserem Körper. Wir können also davon ausgehen, dass im Grunde jeder Mensch übersäuert ist, weil der Körper deutlich mehr Basen als Säuren braucht, aber fast ausschließlich Säuren zugeführt bekommt. Die Frage ist, wie werde ich die Säuren eigentlich los? 


Urintest zur pH-Wert Bestimmung


Wenn Du wissen willst, wie hoch die Übersäuerung Deines Körpers ist, dann eignet sich hierfür ein einfacher Urintest aus der Apotheke. Dieser Teststreifen, misst den pH-Wert des Urins und gibt Klarheit darüber, wie es um Deinen Säure-Basen-Haushalt steht.


Wichtig ist, diesen Test nicht nur einmal zu machen, sondern über mehrere Tage (ca. 4-5 Tage). Im Idealfall sogar mehrmals am Tag, weil der pH-Wert des Urins von verschiedenen Faktoren abhängt    (z. B. psychische Verfassung, Schlafmenge,  Tageszeit). So ist der

Morgenurin am sauersten, das liegt einfach daran, dass die Leber und die Nieren über Nacht den Körper im großen Maß entsäuern und dann über den Urin am Morgen ausscheiden.


Wichtig zu wissen ist auch, dass die Schwankung des pH-Werts absolut erwünscht ist, denn das bedeutet, dass Dein Körper den Säure- Basen Haushalt reguliert. Ein immer saurer Wert wäre genauso fatal, wie ein immer basischer Wert. Wenn z. B. der Morgenurin basisch wäre, würde das darauf hindeuten, dass die Leber und Nieren so überlastet sind, dass sie die Säuren nicht mehr ausscheiden können, sondern stattdessen im Gewebe speichern.


Säuren neutralisieren und ausleiten. So geht’s


Wie alles auf meiner Website betrachten wir die Ursachen ganzheitlich. Wie schon gesagt, entstehen Säuren nicht nur durch unvorteilhafte Ernährung, sondern auch durch schlechte Gedanken, Stress und Umweltgifte. Auch Bewegung spielt eine ganz entscheidende Rolle, weil durch Bewegung der Lymphfluss in Gang kommt und Säuren durch Schweiß ausgeschieden werden. Wir können also unsere Säuren auf verschiedene Arten aus unserem Körper entfernen.


1. Basische Ernährung


Der sicherste Weg zu einem gesunden Säure-Basen-Gleichgewicht geht – wen wundert’s – über die Ernährung. So wie es Nahrungsmittel gibt, die sauer verstoffwechselt werden, gibt es auch Nahrungsmittel die basisch sind. Lass Dich dabei keineswegs vom Geschmack des Nahrungsmittels in die Irre führen. Nur weil etwas sauer schmeckt, muss es nicht sauer verstoffwechselt werden. Das beste Beispiel ist die Zitrone. So sauer sie auch schmecken mag, Zitronensaft wirkt im Körper basisch. Der beste Start in Deinen Tag ist also ein großes Glas Zitronenwasser!


Klingt gruselig, aber wenn Du Dich erstmal daran gewöhnt hast, gleich nach dem Aufwachen in die Küche zu tappsen und  ein Glas frisches Zitronenwasser zu trinken (am besten lauwarm), dann hast Du schon viel dafür getan, Deinen Körper bei der Entsäuerung zu unterstützen.


Zudem sind Zitronen reich an Vitamin C, also hast Du gleichzeitig auch ein starkes Antioxidant zu Dir genommen und damit Dein Immunsystem gestärkt. Und das alles noch vor dem Frühstück. Gut, oder?


2. Basisch in den Tag starten


Bei einer Ernährungsumstellung fällt den meisten Leuten das Frühstück am schwersten. Das liegt einfach an unserer westlichen Gewohnheit einen Kaffee zu trinken, am besten noch mit Kuhmilch und Zucker. Alle drei Komponenten sind säurebildend. Dann kommt das Getreideprodukt mit einem süßen Aufstrich, oder ein Fertigmüsli mit viel Zucker und Kuhmilch.


Wenn Du bislang so gefrühstückt hast, dann gehörst Du sicherlich zur Mehrheit der europäischen Bevölkerung und bist deswegen kein schlechter Mensch, aber es kostet Deinen Körper viel Kraft, die Säuren, die Du ihm durch so ein Frühstück gibst, zu neutralisieren.



Bessere, basische Alternativen wären hier ein Müsli aus Hirse oder Buchweizen, Quinoa oder Amaranth mit pflanzlicher Milch und frischen Früchten (für Anregungen, schau gerne mal bei meinen Rezepten vorbei). Oder wie wäre es mit was Neuem und Du probierst mal ein Buchweizen-Brot mit pflanzlichem Gemüseaufstrich? Auch ein grüner Smoothie biete Dir einen fantastischen basischen Start in den Tag. Wenn Du Deine Tasse Kaffee dann noch durch einen Kräutertee ersetzt, wirst Du überrascht sein, wie positiv sich Dein pH-Wert verändern wird.


3. Basisch durch den Tag. Den Körper bei der Entgiftung unterstützen


Der kleine Hunger zwischendurch kommt dann meist zwei Stunden nach dem Frühstück. Eine Handvoll Nüsse sind in diesem Fall der beste Snack. Nüsse sind zwar ebenfalls säurebildend, aber sie liefern darüberhinaus so viele wertvolle Fette, Kohlenhydrate, Eiweiße und Mineralstoffe, dass sie deswegen sehr gesund sind und einem Snack aus Schokoriegel oder sonstiger industrieller Machart deutlich überlegen sind. Nüssen sind darum auch “gute Säurebilder”.


Mittags und abends solltest Du so viel Gemüse und Kräuter essen, wie nur irgend möglich. So gut wie alle Gemüsesorten sind basenbildend, alle Salate, Gewürze und Kräuter, Sprossen,

Kartoffeln, Pilze, reife Früchte. Auf meinem Blog findest Du Rezepte, die stark basenbildend sind und Dich bei Deiner Entsäuerung unterstützen. 


4. Weniger ist mehr. Entsäuerung über die Haut unterstützen


Die Haut ist unser flächenmäßig größtes Organ und so ist es kein Wunder, dass der Körper sie nutzt, um über die Poren Säuren auszuleiten. Deswegen ist der pH-Wert der Haut von den meisten Menschen sauer. Solltest Du also nach einer Ernährungsumstellung merken, dass Du in den letzten Tagen oder Wochen unreine Haut bekommen hast, so ärgert Dich das vielleicht gerade, tatsächlich ist es aber ein positives Zeichen. Es bedeutet, dass Dein Körper angefangen hat, die Gifte, die Säuren aus Deinem Körper auszuleiten. Dabei kann es passieren, dass die Poren verstopfen, sich entzünden und  es zu Bildung von Akne kommt.


Unterstütze Deinen Körper bei der Ausleitung, in dem Du so wenig wie möglich synthetische Produkte an Deine Haut lässt und dadurch den Entsäuerungsprozess erschwerst. Herkömmliche Körperpflegeprodukte führen dem Körper über die Haut zusätzlich Säuren zu, entweder aufgrund ihrer chemisch-synthetischen Inhaltsstoffe, oder weil sie von Haus aus einen sauren pH-Wert haben. Alternativ kommen hier basische Körperpflegeprodukte in Frage. Sie versorgen die Haut mit Basen und unterstützen so bei der Entsäuerung.


Übrigens entsäuert der Körper besonders gut über die Fußsohlen. Deswegen gibt es spezielle basische Fußbäder, die man während der Entsäuerungskur täglich machen kann. Alternativ kann man auch spezielle Basenstrümpfe verwenden. Man taucht sie in eine Basenlösung und zieht sie über Nacht an. Die sind zwar nicht besonders sexy, aber auf diese Weise kann man einfach im Schlaf entsäuern.


5. Entsäuerung über die Atmung


Was die meisten Menschen unterschätzen, ist die Entsäuerung über die Atmung. Die wenigsten sind sich darüber bewusst, dass man Kohlensäure über die Lungen ausatmet. Wenn Du Dir täglich einige Minuten Zeit für eine bewusste Atmung nimmst, wirst du lernen, Säuren aktiv über diesen Weg auszuleiten. Versuche es auch gerne mit meinen Meditationen, sie helfen Dir, Dich auf Deine Atmung zu konzentrieren.