Natürliche Reinigungsmittel. Detox für Dein Zuhause

Aktualisiert: 19. Jan.


Wenn man von Detox, also Entgiftung spricht, dann meint man normalerweise die Maßnahmen, die Gift-und Schadstoffe aus dem Körper ausscheiden sollen.


Viele Menschen beschäftigen sich vor allem im Frühjahr mit der Entgiftung, weil diese Jahreszeit zu einem Kehraus geradezu einlädt.


Aber nicht nur unser Körper freut sich über eine Entgiftungskur, auch unsere Wohnbereiche werden im eifrigen Frühjahrsputz gerne mal von Grund auf “entgiftet”. Da rückt man meistens mit einem Dutzend verschiedenen Reinigern den Bakterien zu Leibe. Ohne es zu wissen, setzt man seinen Organismus einer unsichtbaren Gefahr aus, die deutlich schwerer wiegt als die vermeintlich bösen Mikroben, die wir beseitigen wollen.


Man kann es sich vorstellen, wie bei der Einnahme von Antibiotika: die krankmachenden (pathogenen) Keime werden zwar zerstört, aber mit ihnen auch alle guten, nützlichen Bakterien.


Dreck reinigt den Magen


Kennst Du den Spruch: “Dreck reinigt den Magen”? Das ist zwar etwas überspitzt, aber im Grund ist es die Wahrheit. Unser Immunsystem braucht “Dreck”, also Erreger, Bakterien, Viren etc. um zu üben, sich aufzubauen und zu verstärken. Ein normaler Haushalt, der klinisch rein ist, ist daher nicht empfehlenswert


Der Mensch ist innen wie aussen übersäht von Mikroben. Im Darm verwerten sie Ballaststoffe, unterstützen das Immunsystem, produzieren Vitamine und wichtige Fettsäuren. Auf unseren Schleimhäuten in Mund, Nase, Rachen, Genitalien und der Haut sitzen unzählige Bakterien und erfüllen eine wichtige Schutzfunktion.


Diese Vielzahl an kleinen “Mitbewohnern” sichert unser Überleben. Wir sollten sie pflegen, nicht fürchten. Tatsächlich sind nur etwa 1 % aller existierenden Mikroorganismen pathogen, also krankmachend. Hygiene ist wichtig, um sie im Zaum zu halten, aber übertriebene Reinheit zerstört die guten Mikroben und macht es den pathogenen Keimen einfacher, in unseren Organismus vorzudringen.



Reinheits-Wahn in Deutschland


In Deutschland werden pro Jahr ca. 319.000 Tonnen Reinigungs- und Pflegemittel (z. B. Allzweck-, Sanitär-, Glas-, Küchenreiniger) verwendet. Da sind Waschmittel, Geschirr- und Handspülmittel noch nicht mit eingerechnet!


Die meisten dieser konventionellen Reiniger werden auf Basis von Erdöl hergestellt. Sie enthalten fast alle synthetische Duft-, Farb- oder Konservierungsstoffe und belasten sowohl die Umwelt, als auch unsere Gesundheit. Sie trocknen die Haut- und Schleimhäute aus, zerstören den Säureschutzmantel der Haut und reizen Augen- und Atemwege.


Gerade die Verwendung von mehreren Mitteln gleichzeitig, kann zu einem gefährlichen Chemiecocktail werden, der über Schleimhäute und Atemwege in den Organismus gelangt. Besonders Fleckenmittel, Sanitär- und Abflussreiniger können gefährliche Substanzen enthalten. So ist erwiesen, dass die gleichzeitige Verwendung von WC-Reinigern und Desinfektionsmitteln zu giftigen Chlordämpfen führt!


Natürliche Reinigungsmittel


Vielen Chemikalien können wir heutzutage nicht ausweichen, aber zu Hause können wir bestimmen, welchen Gefahren wir uns aussetzen. Mit nur wenigen Hausmitteln aus biologischen Wirkstoffen wie Tafelessig, Essigessenz, Natronpulver und Zitronensäure kannst Du eine bis zu 99,999 %-ige Keimfreiheit gewährleisten. Die Mittel sind nicht teuer und es gibt sie in jedem Supermarkt.


Natron der Alleskönner


Wie ungefährlich Natron ist, merkst Du schon daran, dass Du es meist in der Backwaren-Abteilung findest! Es wird hauptsächlich aus Kochsalz gewonnen und ist Bestandteil von Heil- und Mineralwässern. Die bekanntesten Marken für Natron sind Bullrich-Salz oder Kaiser-Natron. Und so einfach stellst Du einen Universal-Reiniger aus Natron her:

  1. 4 TL Natron in 1 l Wasser auflösen. Fertig!

Vielleicht hast Du eine alte Sprühflasche, in die Du Dein Natronwasser füllen kannst, das erleichtert die Verwendung. Mit dieser Mischung kann Du größere Flächen und sogar Glas mit normaler Verschmutzung reinigen. Tipp: Wenn Du Natron mit nur wenig Wasser vermischst, entsteht eine Paste die man als Scheuermittel z. B. bei Kalkflecken verwenden kann.


Essig der Allrounder


Auch Reiniger aus Essig sind komplett biologisch und sorgen für Keimfreiheit von nahezu 100 %. Und so einfach stellst Du einen Universal-Hygienereiniger aus Essig her:

  1. 340 ml Essigessenz (gibt es bei Essig- und Öl-Produkten im Supermarkt), mit 660 ml Wasser. Fertig.

Essigsäure macht Kalk den Garaus und ist vor allem bei größeren Verschmutzungen empfehlenswert, vor allem bei Flächen, die stärker mit Mikroben belastet sind z. B. Küchenutensilien (die mit rohem Fleisch oder Fisch in Berührung gekommen sind), Armaturen in Bad und WC, Türklinken, Geländer, Kühlschrank. Achtung: Essig darf nicht auf Marmor angewendet werden!



Zitronensäure der starke Partner


Stark keimbelastete Flächen, Küchenspülen und Arbeitsflächen kann man mit einer desinfizierenden Reinigung aus Essig und Zitronensäure reinigen. Und so einfach kannst Du sie herstellen:

  1. 400 ml Essigessenz + 100 ml Zitronensäure + 500 ml Wasser. Fertig!

Auch hier ist eine leere Sprühflasche hilfreich, dann hast Du die Mischung fertig und musst sie nicht jedes Mal neu ansetzen.


Das war es schon. Mit diesen drei Mitteln aus natürlichen Substanzen bringst Du Deine vier Wände auf einen hohen hygienischen Standard.






Hotspots für Keimbelastung


Denke daran, die Hotspots für Bakterien sind meist gar nicht die Toilette oder das Bad. Es sind die alltäglichen Gegenstände, die wir gedankenlos anfassen oder beim Vorbeigehen streifen: Treppengeländer, Türklinken, Handy (!), Tastaturen sind meist deutlich mehr mit Keimen belastet als die Toilette, bei der die meisten Menschen auf peinliche Sauberkeit achten.


Auch der Kühlschrank, die Küchenspüle, Schwämme, Wischlappen und Spülbürsten weisen oft die höchste Keimbelastung im ganzen Haus auf. Am besten öfter mal Wischlappen und Schwämme bei 60 Grad waschen und die Küchenspüle (mit Universal-Hygienereiniger aus Essig), sowie den Kühlschrank (mit Universalreiniger aus Natron) auswischen.


Und generell gilt: die meisten Bakterien sind Deine Freunde, ohne sie wäre ein Leben auf der Erde undenkbar. Das kleine Prozent pathogener Keime kannst Du mit den eben genannten natürlichen Reinigungsmitteln gut im Zaum halten. Ist das nicht ein gutes Gefühl?


Ich wünsche Dir viel Spaß beim Frühjahrsputz,

Deine Nicole


P.S. Putzen macht Dir keinen Spass? Allein der Gedanke macht Dir schlechte Laune? Dann versuche es mal mit meiner kostenlosen Meditation zum Stressabbau. Eine gute Einstimmung vor einer bevorstehenden Putzrunde.


Quelle: natur & heilen 4/2021

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