Mit Kräutern gegen Sommerhitze

Aktualisiert: 15. Aug. 2021


Verschiedene Kräuter, Salbei, Kamille, Rosmarin, Basilikum, Zitronen

Gewürze und Kräuter dienen nicht nur dem Würzen von Speisen. Sie erfüllen auch eine wichtige Aufgabe im Körper: sie regen die Verdauung an fördern die Verdaulichkeit des Speisebreis. Aber nicht nur das. Gewürze und Kräuter wirken thermisch, das heißt, es gibt Kräuter die wärmen und solche die uns kühlen/erfrischen.


Heute erkläre ich Dir, wie die 5 Geschmäcker in unserm Körper wirken und welche Kräuter gegen typische Sommerbeschwerden helfen. Ausserdem möchte ich Dir einen kleinen Überblick geben, wie du welches Gewürz/Kraut auf Grund seiner Wirkung anwendest.


Es gibt 5 Geschmacksrichtungen: sauer, bitter, süß, scharf, salzig. Jeder Geschmack hat eine eigene Wirkung auf unseren Körper:

  • sauer zieht zusammen

  • bitter leitet aus und trocknet

  • süß harmonisiert

  • scharf regt an

  • salzig löst und bindet

In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) ist jede Geschmacksrichtung einem Organ zugeordnet. Die Geschmäcker überbringen die Botschaften aus der Nahrung zu den jeweiligen Organen. Der saure Geschmack liefert zur Leber, der bittere zum Herzen, der süße zur Milz (gemeint ist hier der natürlich süße Geschmack von z. B. Karotten, Kürbis etc. nicht der „zuckersüße“, industrielle Geschmack), der scharfe zur Lunge und der salzige zu den Nieren.


Das heißt natürlich nicht, dass sich Leberprobleme immer mit dem sauren Geschmack lösen lassen oder alle Lungenerkrankungen mit Chili zu heilen sind. Doch bestimmte Beschwerden eines Organs können tatsächlich direkt über den zugehörigen Geschmack reguliert werden.


Nehmen wir das Beispiel der Lunge: Wenn wir unter Schleimsymptomen (Schnupfen oder Bronchitis usw.) leiden, so bringt der scharfe Geschmack Linderung, weil er Schleim auflösen kann. Bei trockenem Husten ist der scharfe Geschmack kontraproduktiv, weil er austrocknet.


Wenn wir die Wirkung der Geschmäcker in unserem Körper richtig verstehen, können wir sie im Hinblick auf unsere Beschwerden richtig einsetzen.


Die Wirkung des Geschmacks


Wenn es draußen sehr heiß ist, versucht der Körper seine Temperatur durch verstärkte Schweißproduktion zu senken. Durch das starke Schwitzen gehen Flüssigkeit, Mineralstoffe und Spurenelemente verloren. Um für zusätzliche Abkühlung zu sorgen, weiten sich auch die Blutgefäße der Haut. Dadurch sinkt der Blutdruck, der Kreislauf wird geschwächt.

Bei starker Hitze kann das dazu führen, dass das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird – dann stellen sich Schwindel, Kopfschmerzen, Mattigkeit und Konzentrationsstörungen ein.

Mit den Geschmacksrichtungen können wir gegen diese Symptome arbeiten:


Sauer zieht zusammen und kühlt

Diese Wirkung kann leicht überprüft werden, wenn wir zum Beispiel an einer Zitrone lutschen. Die Säure zieht die Blutgefäße und Poren zusammen, unser Blutdruck sinkt nicht so stark ab.

Wir bleiben vitaler und schwitzen weniger, wenn wir einen Spritzer Zitronensaft in unser Wasser geben oder lauwarmen Hagebuttentee genießen.


Bitter trocknet und leitet aus

Du kannst die Wirkung des bitteren Geschmacks an Deiner Haut, den Haaren, Nägeln, Schleimhäuten usw. erkennen. Wenn Du hier unter Trockenheit leidest, solltest Du weniger schwarzen Tee und Kaffee trinken. Beide Getränke trocknen aus. In den Sommermonaten empfehle ich Dir stattdessen grünen Tee, der kühlt und erfrischt und hat ebenfalls eine anregende Wirkung.

Der bittere Geschmack von frischen Kräutern und Blattsalaten hilft ebenfalls, Hitze auszuleiten und den Körper zu kühlen.


Süß stärkt, harmonisiert und entspannt

Den harmonisierenden Effekt des süßen Geschmacks machen wir uns zu Nutze, wenn wir unter Stress zu Süßigkeiten greifen. Diese kurzfristige Lösung hat leider eine Kehrseite: Ist der Zucker verbraucht, ist die Stagnation sofort wieder da und Du bist eventuell noch zusätzlich gefrustet wegen des Zuckers, den Du konsumiert hast. Besser sind hier natürlich süße Lebensmittel wie Melonen, Erdbeeren...


Scharf wirkt erhitzend, regt die Schweißproduktion an

Die wärmende und anregende Wirkung des scharfen Geschmacks ist am stärksten zu spüren, wenn Du heiße oder warme Gewürze verwendest. Dein Kopf läuft rot an, Du fängst an zu schwitzen und es wird Dir heiß. Durch ihre erhitzende Wirkung und das ausgelöste Schwitzen trocknen große Mengen dieser Gewürze unseren Körper aus.


Salzen ja, aber richtig

Viele Menschen essen zu viel Salz. Ein Grund ist: Salz ist in allen Fertigprodukten enthalten, genauso wie Zucker, Geschmacksverstärker, Zusatzstoffe etc. Diese Zutaten beeinträchtigen unseren Geschmackssinn und er stumpft in Bezug auf die feinen geschmacklichen Nuancen der natürlichen Lebensmittel ab.

Ich rate Dir, kein billiges Kochsalz zu verwenden, sondern natürliches Meer- oder Steinsalz. Es ist wichtig, ausreichend Mineralien und Spurenelemente aufzunehmen, da diese durch das viele Schwitzen verloren gehen.


Harmonie im Körper mit der richtigen Ernährung


Jedes Lebensmittel hat einen Geschmack. Indem wir alle Geschmäcker in unsere Speisen einbauen, gewährleisten wir, dass jedes Organ versorgt wird, dass wir eine starke Mitte haben, ausreichend Energie zur Versorgung unseres Körpers hergestellt wird und die Botschaft „Mir geht es gut” an unser Unterbewusstsein ausgesendet wird.


Sommer-Tipp:

Iss ausreichend vom natürlich süßen Geschmack, mit etwas Saurem und Bitteren!

Sommerliche Zutaten mit natürlich süßem Geschmack:

  • Karotten, Kürbis, Süßkartoffeln, Rüben, Obst, Melonen, Kirschen, Erdbeeren

Sommerliche Zutaten mit natürlich saurem Geschmack:

  • Johannisbeere, Brombeere, Zitrone, Sauerkirsche, Himbeere, Sauerampfer, Tomate, Essig, saure Milchprodukte, saure Gurken

Sommerliche Zutaten mit natürlich bitterem Geschmack:

  • Mediterrane Kräuter (Basilikum, Thymian, Oregano, Majoran, Rosmarin), Blattsalate, Ruccola, Radieschen, grüner Tee, Zitronenschale, Grapefruit, Oliven

Was sollen wir im Sommer mit dem Salz tun?

Qualitativ hochwertiges Salz kann im Sommer in moderater Form konsumiert werden. Bemühe Dich, Salz bewusst einzusetzen und Deine Geschmacksknospen für neue Geschmacksrichtungen zu öffnen.

Sommerliche Zutaten mit natürlich salzigem Geschmack:

  • Algen, Fisch, Miso, Tofu, fermentierte Produkte – vor allem sauer eingelegtes Gemüse wie Kimchi

Sommerliche Zutaten mit natürlich scharfem Geschmack:

  • Rettich, Kresse, Brunnenkresse, Kapuzinerkresse, Radieschen.


Überblick über Kräuter, Gewürze und ihre Wirkung


Gewürze gegen Blähungen

Diese Gewürze sind besonders wichtig bei der Zubereitung von Hülsenfrüchten und schwer verdaulichen Fleischgerichten: Kümmel, Fenchel, Anis, Ingwer, Dill, Wacholder...

Gewürze die Feuchtigkeit vertreiben

Diese Gewürze sind wichtig bei überbackenen Speisen wie Pizza, Käsegerichten oder Getreidebreien: Majoran, Oregano, Muskat, Kardamom, Zitrusschalen, Koriander, Thymian...


Stimmungsaufheller

Diese Gewürze wirken durch ihr kräftiges Aroma positiv aufs Gemüt: Basilikum, Rosmarin, Petersilie, Chili, Pfefferminze, Safran, Thymian, Vanille...

Dampfmacher

Diese Gewürze sollten bei Hitze oder hormoneller Umstellung wie Menopause gemieden werden bzw. nicht in großen Mengen als Tee getrunken werden: Chili, Knoblauch, Ingwer, Galgant, Meerrettich, Muskat, Nelke, Sternanis, Pfeffer, Senfsamen, Zimt...

Kühlende Kräuter

Wenn Du eher der kälteempfindliche Typ bist, sind diese Gewürze im Winter nur in kleinen Mengen für Dich geeignet. Im Sommer hingegen wirken sie erfrischend: Salbei, Pfefferminze, Melisse...

Magenberuhigend

Bockshornklee, Kardamom, Lorbeer, Vanille, Eibisch, Kamille, Melisse, Zitronensaft und -schale

Harntreibend

Meerrettich, Lorbeer, Petersilie, Liebstöckl, Wacholder, Zinnkraut, Birke

Fördert die Fettverdauung

Kurkuma, Pfeffer, Rosmarin, Chili

Weitere, als Würze einsetzbare hocharomatische Kräuter/Gewürze sind:

Kresse, Brunnenkresse, Bärlauch, Basilikum, Ingwer, Zitrusschalen, Tamarinde, Sprossen und viele weitere.


Zusammenfassung


Die 5 Geschmäcker helfen uns, die klimatischen Faktoren einer Jahreszeit auszugleichen. So können wir im Sommer mit dem natürlich süßen Geschmack, ergänzt durch etwas Bitteres und etwas Saures, der Hitze gut trotzen.

Wie wäre es zum Beispiel mit einem erfrischenden Mango-Avocado-Gurkensalat?

Ich wünsche Dir jederzeit einen kühlen Kopf,


Deine Nicole


P.S. Weniger Fleisch, vor allem scharf angebratenes, oder gegrilltes Fleisch ist in den heißen Sommermonaten ratsam. Willst Du mal in die Welt der pflanzlich-vollwertigen Kost eintauchen? Dann hol Dir jetzt mein 3-Tage-Detox-Programm und erlebe, wie gut Dir drei Tage ohne Fleisch und tierische Produkte gut tun werden.