Hanf. Der Alleskönner

Aktualisiert: 15. Aug. 2021


Hanf ist doch nur was für Kiffer, oder? Ja, dieses Drogen-Image ist Hanf nun mal zugeschrieben - aber warum denken die meisten gerade nur daran? Lass uns mal doch einen anderen - einen ganzheitlichen - Blick auf Hanf werfen.



Hanf. Vielseitig, vielfältig, gesund

Einer der größten Vorteile von Hanf ist, dass er von der Wurzel bis hin zu den Blättern verwertet wird. Es entstehen überhaupt keine Abfallprodukte:

  • Hanfblätter und Blüten werden zu Tee, Bier (!), Pulver und Extraktionen für CBD-Öl verwendet.

  • Hanfkörner werden zur Pressung von Hanföl (für Speiseöle) oder für Kosmetikprodukte verwendet. Die Schalen der Körner sind essbar (Knabberhanf), die geschälten Samen werden geschrotet, zu Proteinpulver verarbeitet oder für anderen Zutaten wie Hanfschokolade oder Müsli verwendet.

  • Was von der Ernte übrigbleibt, das Hanfstroh kommt als Tierstreu, Mulchmaterial oder in der Bauindustrie (z.B. als Dämmstoff) zum Einsatz.

Da Hanf so vielseitig ist, möchte ich heute nur zwei Verzehrmöglichkeiten herausstellen:

Das Hanföl und die Hanfsamen!


Hanföl – das wertvolle Speiseöl

Hanföl entsteht durch die Kaltpressung ungeschälter Hanfsamen. Für einen Liter Hanfsamenöl werden 5 kg Hanfsamen benötigt. Daher ist dieses Öl vergleichsweise teuer. Aber es lohnt sich, denn die gesundheitlichen Vorteile des regelmäßigen Verzehrs sind groß.


Neben dem enthaltenen Chlorophyll und allen damit verbundenen Vorteilen, enthält Hanföl auch viel Vitamin E und unterstützt damit unser Immunsystem. Die beste Eigenschaft des Hanföls liegt aber in der optimalen Zusammensetzung seiner Fettsäuren. Darunter versteht man das Verhältnis zwischen den essentiellen mehrfach ungesättigten Fettsäuren Omega-6 und Omega-3.


Gerne kannst Du in diesem Artikel nachlesen, wo der Unterschied zwischen den Fettsäuren liegt und warum es so wichtig ist, die Aufnahme von Omega-6 Fettsäuren zu reduzieren und gleichzeitig den Verzehr von Omega-3-Fettsäuren zu erhöhen. (Und warum fettfreie Ernährung keine gute Idee ist).

Das für den Menschen optimal Fettsäureverhältnis liegt etwa bei 3:1 also dreimal mehr Omega-6 Fettsäuren als Omega-3. Und genau dieses Verhältnis liegt in Hanföl vor.


Omega-3 Fettsäuren schützen vor Herzkrankheiten, stimulieren das Immunsystem, unterstützen den Zellaufbau und helfen beim Abnehmen. Das liegt daran, dass die Fettsäuren nicht in das körpereigene Fettgewebe eingelagert werden. Stattdessen nutzt der Körper sie für den Aufbau neuer Zellen (vor allem der Zellmembran, der äußeren Hülle einer jeden Zelle). Damit ist Hanföl der ideale Begleiter während einer Ernährungsumstellung.


Hanföl in der täglichen Ernährung

Hanföl darf nicht erhitzt werden aber zum Verfeinern eignet es sich mit seinem nussigen Geschmack besonders gut. Ersetzt man nun beispielsweise das bislang verwendete Sonnenblumenöl im Salat gegen Hanföl, tut man bereits


viel für seine Gesundheit (Sonnenblumenöl hat ein sehr ungünstiges Fettsäureverhältnis).

Aber auch Dips, Aufstriche, Gemüse und Kartoffelgerichte lieben Hanf. Träufele es auf Dein fertiges Gericht und Du kommst in den hochwertigen gesundheitlichen Genuss. Mit einem Esslöffel Hanföl (ca. 15 g) deckst Du Deine empfohlene tägliche Einnahme.


Hanföl und CBD-Öl: Der Unterschied

Wichtig zu wissen ist, dass es zwei Sorten von Hanf gibt: das Speisehanf und das Medizinhanf. Speisehanf ist frei von psychoaktiven (also berauschenden) Substanzen, daher muss man sich keine Sorgen machen, von dessen Verzehr (als Samen oder Öl) high oder gar abhängig zu werden.

Medizinhanf dagegen enthält die Substanz THC (Tetrahydrocannabinol), die für die schmerzlindernde und auch berauschende Wirkung verantwortlich ist. THC fällt unter das Betäubungsmittelgesetzt und ist illegal.


CBD (Cannabidiol) dagegen ist ein Öl aus Faserhanf, das frei ist von THC, also keine psychoaktive Wirkung hat und deswegen frei im Handel erhältlich ist. CBD-Öl hat viele positive Eigenschaften, u.a. ist es entzündungshemmend, antibakteriell und wird aufgrund seiner beruhigenden Wirkung auch bei Depressionen und Angstzuständen eingesetzt.


Hanf. Der pflanzliche Eiweißlieferant

Hanfsamen fallen auf jeden Fall in die Kategorie Superfood. Große Mengen an Zink, Magnesium und Eisen sorgen für ein starkes Immunsystem und haben entzündungshemmende Wirkung, die wertvollen Ballaststoffe unterstützen die Verdauung.


100 g geschälte Hanfsamen enthalten 30 g Eiweiß aber nur 3 g Kohlenhydrate. Für Ausdauersportler und Veganer sind sie daher eine hervorragende Quelle für Eiweiß. Aber auch Menschen mit Verdauungsproblemen profitieren von den sehr leicht verdaulichen und gut verträglichen Powersamen. Das liegt vor allem an der Zusammensetzung, denn Hanfprotein ist dem menschlichen Protein sehr ähnlich. Deswegen wird es schnell aufgenommen und kann vom Körper leicht verwertet werden.


Ein weiterer Pluspunkt vor allem für vegan lebende Menschen ist der hohe Gehalt an Vitamin B2, welches normalerweise in großen Mengen nur in Fleisch- und Milchprodukten zu finden ist. Dieses Vitamin ist unter anderem für den Muskelaufbau wichtig. Auch hier bewahrheitet sich mal wieder, dass man mit veganer Ernährung hervorragend Muskeln aufbauen kann. (Hier geht's zum Protein-Smoothie-Rezept mit Hanfsamen)


Rezepte für Hanfsamen im Alltag

Der regelmäßige Verzehr von geschälten Hanfsamen ist kinderleicht. Als topping für Müslis oder in Salaten schmecken sie genauso gut wie als Knabbersack für zwischendurch. Aber auch leckere Pestos lassen sich damit schnell zubereiten. Probiere es mal mit meinem Dill-Hanfsamen-Pesto. Oder wie wäre es mit Energie-Kugeln, die du in Hanfsamen rollst?


Gesunde Ernährung im Alltag ist einfach. Ich wünsche Dir viel Genuss und Freude dabei,


Deine Nicole


P.S. Du bist auf der Suche nach Entspannung? Eine Tasse Hanf-Tee und dazu mein Meditationsalbum für ein erfülltes Leben ist ein tolles Rezept für entspannende Momente.